Spielerische Freiheit

Nur eine Woche nach Xenoblade Chronicles: Definitive Edition möchte Nintendo den Titel 51 Worldwide Games veröffentlichen. Dieser wird zwar nicht als offizieller Nachfolger der, vor 15 Jahren für die Nintendo DS-Systeme veröffentlichten, Spielesammlung 42 Spieleklassiker beworben, doch die Namen der einzelnen Spiele im amerikanischen Raum bestätigen diese Annahme. Während der DS-Klassiker dort unter dem Namen Clubhouse Games bekannt ist, klingt der kommende Nintendo Switch-Ableger mit dem Titel Clubhouse Games: 51 Worldwide Classics dem geistigen Vorgänger relativ ähnlich. Zugegebenermaßen, die Namensgebung der Reihe fällt durch die Regionsunterschiede ziemlich verwirrend aus, doch spielerisch ist die Reihe sehr einfach gestrickt. In dieser Vorschau werde ich euch von meinen ersten Spielstunden erzählen, während denen ich einen Großteil der Spiele anspielen konnte.


Ob das der große Wurf wird? © Nintendo

Nach einer ziemlich netten Einstiegssequenz und dem Erstellen eurer eigenen Spielfigur, landet ihr mitten im Spielgeschehen und habt direkt Zugriff auf alle 52 Spiele und ja, ich habe mich nicht vertippt, denn zu den 51 Spielen gesellt sich ein kleines Bonusspiel. Es ist kein langwieriges Freischalten notwendig, ihr dürft direkt mit dem Spiel eurer Wahl starten. Ob diverse Kartenspiele, Brettspiele, Minispiele oder auch die unsterblichen Klassiker, für wirklich jeden ist etwas dabei - besonders angenehm: Nicht das Spiel entscheidet, was und in welcher Reihenfolge ihr spielt, sondern ihr habt dahingehend die freie Wahl. Diese Entscheidungsfreiheit steht euch natürlich nicht nur im lokalen Spiel zur Verfügung, sondern auch im umfangreichen Online-Modus. Doch irgendwie vermisse ich einen roten Faden wie zum Beispiel im Falle des Missionsmodus aus 42 Spieleklassiker.


Falls euch die Entscheidung, was ihr nun spielen sollt, etwas schwer fällt, gibt euch das Spiel virtuelle Spieleexperten an die Hand, die euch ausgewählte Spiele präsentieren. Um einmal ein konkretes Beispiel zu nennen: Henrik ist Experte für Einzelspielerspiele und stellt euch somit vier solcher Spiele aus der Sammlung vor. Ihr könnt ihn als Experte einladen und er wird fortan in eurem Hauptmenü gelistet. Klickt ihr ihn an, könnt ihr seine empfohlenen Spiele gesondert anschauen. Einen wirklich spielerischen Sinn hat das Ganze allerdings nicht, denn im Menü habt ihr trotzdem jederzeit Zugriff auf alle Spiele.


Euch stehen alle Spiele von Anfang an zur Verfügung


Spielt ihr eines der Spiele zum allerersten Mal, dann braucht ihr euch keine Sorgen darüber machen, dass ihr den Ablauf nicht verstehen könntet, denn beim Start eines Spiels wird ein kurzer Dialog eingespielt. Dieser soll euch auf witzige Art und Weise an die Spiele heranführen. So werden grundlegende Regeln in Form beispielhafter Spielsituationen vorgestellt, wodurch ihr die Kniffe des jeweiligen Spiels erlernen sollt. Natürlich werden in dieser, in etwa ein bis zwei Minuten dauernden, Sequenz nicht alle Spielregeln bis in kleinste Detail erklärt, doch es reicht, um eventuelles Vorwissen zu reaktivieren. Sollte euch ein Spiel dann doch völlig fremd sein, könnt ihr auch die jeweilige Anleitung in Bild- und Textform durchscrollen. Zudem gibt es im Spiel immer wieder kleine Anzeigen und Symbole, die Anfängern unterstützend unter die Arme greifen. Selbst bei komplizierteren Spielen wie Schach gibt es umfassende Tutorialsektionen, sodass ihr euch Schritt für Schritt an das Spiel annähern könnt. Dadurch hatte ich bislang keine Probleme gehabt, auch mir völlig neue Spiele zu verstehen. Für alle erfahrenen Spieler gibt es zudem die Möglichkeit, die sich immer wiederholenden Sequenzen durch einen Tastendruck ganz einfach zu überspringen. Das ist auch deshalb möglich, weil die Einspielsequenz nicht als Ladezeitenfüller fungiert, denn es gibt im gesamten Spiel praktisch keine Ladezeiten. Dieser Umstand macht 51 Worldwide Games zu einem der am schnellsten startenden Spiele auf der Nintendo Switch.


Ich brauche so etwas im wirklichen Leben! © Nintendo

Die Spiele an sich glänzen oftmals mit herrlich schönen Animationen. So springen die Spielfiguren von selbst oder die Animation der Würfel fällt sehr authentisch aus. Positiv ist auch hervorzuheben, wie die Vibrationsfunktion eingesetzt wird, denn ihr spürt euren Würfelwurf förmlich durch die Vibration des Controllers. Die Spielbretter sind ziemlich übersichtlich gestaltet und die Figuren sowie Karten sind selbst auf kleineren Fernsehern klar erkennbar beziehungsweise gut lesbar. Im Handheld-Modus wird das Spiel an der ein oder anderen Stelle etwas unscharf, doch im Spielverlauf stört das nicht weiter und man gewöhnt sich relativ schnell daran.


Zwar können 48 der insgesamt 52 Spiele im Mehrspieler-Modus gespielt werden, bei einigen Spielen, nämlich denen, die mit Handkarten oder Dominosteinen gespielt werden, ist eine zweite Nintendo Switch-Konsole erforderlich, denn sonst können die Mitspieler ja auf eure Handkarten gucken. Ihr müsst das Spiel allerdings nicht ein zweites Mal kaufen, denn zum Erscheinungstermin wird eine kostenlose Guest Edition im Nintendo eShop erscheinen, mit der euer Spielpartner umsonst ins Spielgeschehen mit einsteigen darf. So eine Funktion hätte ich mir zwar bei vielen weiteren Nintendo Switch-Spielen gewünscht, aber immerhin ist es schön, dass es hier Einzug halten konnte.


Neue Spiele erlernt ihr problemlos


Eine Entscheidung, die ich allerdings absolut nicht nachvollziehen kann, ist die fehlende Unterstützung eines Nintendo Switch Pro Controllers, sobald ihr mit zwei Spielern an einer Konsole spielt. Sobald ein weiterer Mitspieler an der gleichen Konsole dazukommt, gibt es nur noch die Möglichkeit, mit je einem Joy-Con-Controller oder alternativ auch mit geteiltem Touchscreen im Handheld-Modus zu spielen. Ab drei Spielern kann man die Spiele nur noch mit einzelnen Joy-Con spielen. Hier würde ich mir die Möglichkeit wünschen, auch vier Nintendo Switch Pro Controller fürs gemeinsame Spielen nutzen zu können.


Ich hatte ganz vergessen, wie viel Spaß Domino machen kann. © Nintendo

Zu guter letzt möchte ich den Online-Modus lobenswert erwähnen. Diesen könnt ihr sowohl mit Freunden als auch mit zufälligen Kontrahenten angehen. Spielt ihr mit zufälligen Spielen, wählt ihr bis zu drei Wunschspiele eurer Wahl aus, woraufhin 51 Worldwide Games nach Spielern sucht, die ebenfalls eines der drei Wunschspiele gewählt haben. Dabei können von den insgesamt 52 Spielen ganze 44 online gespielt werden, womit nur ein geringer Teil der einzelnen Titel ausscheidet.


Während ich euch in dieser Vorschau einen groben Überblick über die Spielesammlung verschaffen wollte, werden wir im Test die einzelnen Spiele genauer in Augenschein nehmen.

Unsere Prognose

Meinung von Ilja Rodstein

Die Sammlung diverser Spieleklassiker macht einen ziemlich guten Ersteindruck. Euch stehen alle Spiele von Anfang an zur Verfügung und ihr dürft selber entscheiden, was ihr wann spielen möchtet. Der Online-Modus scheint auf den ersten Blick ziemlich gut umgesetzt worden sein und die meisten Spiele können online gespielt werden. Habt ihr Sorge, dass euch die Spiele zu schwierig werden, dann macht euch keine Sorgen, denn das Spiel leitet euch fantastisch in die Regeln der einzelnen Spiele ein. Bislang scheint 51 Worldwide Games sowohl im Einzelspieler als auch Mehrspieler gut umgesetzt worden zu sein, doch der weitere Testzeitraum wird noch zeigen müssen, ob die Computerspieler schlau genug sind, um mich auf lange Sicht zu fordern und was das Spiel alles tut, um mich zu motivieren.
Mein persönliches Highlight: Die Einführungsvideos der einzelnen Spielen sind toll gemacht.

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 11

  • Ich-bin-dann-mal-weg

    Freue mich auf das Spiel. Kann man bestimmt gut parallel zu XCDE spielen :)

  • Loco4

    ❣ Pixel im Kopf ❣

    Gibt’s eine Liste welche Spiele den lokalen Multiplayer unterstützen (also auf mehreren Konsolen im gleichen Raum, aber nur einer hat das Spiel)?

  • billy_blob

    aka DelPadio

    Wenn ich das Bowling im Video schon sehe.
    Warum hat Nintendo noch kein Switch Sports oder so gebracht?


    Was nützt mir die Bewegungssteuerung wenn man sie nur effektiv in 1-2 Switch und wenigen anderen Titeln ausprobieren konnte ;(

  • Florian12

    Turmbaron

    Nur drei Spiele können zu dritt auf einer Konsole gespielt werden und zu viert sogar nur zwei…


    Das ist für mich leider der Grund, das Spiel nicht zu kaufen. Ich hatte und habe echt Interesse, aber wieso ist das Spiel so auf zwei Spieler bzw lokaler Mehrspieler mit mehreren Geräten fokussiert? Für die Familie an einem Fernseher ist das nicht…


    Und das, obwohl einige Spiele sehr wohl zu dritt oder viert gespielt werden könnten! Zum Beispiel Bowling, Scheibenschießen, Angeln, Panzer, Golf, Billiard, alle nur zu zweit… absolut nicht nachvollziehbar.

  • LordBackfisch

    Nervt mit Argumenten

    Freue mich extrem auf die Spielesammlung!

  • Rye

    GBA-Freak

    Irgend einen Haken musste es ja haben. Die Idee mit den "zusammenschaltbaren Switches" um die Spielfläche zu vergrößern find ich jedoch ziemlich cool.


    @Florian12 Sicherlich die leidige Story die es immer ist:
    Der Wunsch nach Profit.


    42SPK auf dem DS hatte das Problem (logischerweise) auch, bot allerdings Downloadplay an, sodass hier "nur" eine weiter Konsole vonnöten war, nicht auch noch das Spiel.
    Schade nur, das die Switch kein Downloadplay hat (Bitter...).


    Nichtsdestotrotz:
    Wahrscheinlich eins der wenigen Spiele die mich für die Switch dieses Jahr interessieren.
    Und da es zeitlosen Charakter hat, wird die Switch dann keinen Staub ansetzen.

  • Florian12

    Turmbaron

    @Rye Hey, diesbezüglich aber gibt es gute Nachrichten: das Spiel unterstützt Download-Play! Bzw. diejenigen, die das Spiel nicht besitzen, können sich kostenlos eine Download-Play-Anwendung des Spieles aus dem eShop downloaden, um lokal mit mehreren Switch-Systemen und nur einem Spiel zusammen spielen zu können!


    Finde persönlich zwar, dass jedes Spiel das anbieten sollte, insbesondere, wenn die Switch-Systeme selbst schon nicht mit DS/3DS-Preisen vergleichbar sind, aber hey, bei diesem Spiel gibt es die Möglichkeit!

  • AlexWoppi

    Turmheld

    Schonmal nen Pluspunkt das man das Spiel auch alleine zocken kann. Minuspunkt, keine Pro-Controller Unterstützung. Werde auf den Test warten.

  • Ilja Rodstein

    Redakteur

    @AlexWoppi Ja doch gibt es, aber nur alleine :D


    @Florian12 die meisten klassischen Brettspiele werden halt leider nur zu zweit gespielt. Ich muss aber tatsächlich mal alles durchzählen und werde im finalen Test eventuell alle Spielerzahlen in allen Konfigurationen aufzählen. Hast mich jetzt dazu motiviert :D

  • Irves | Julian

    Moderator

    Mich würde interessieren, wie viele Spiele lokal auf einer Konsole gespielt werden können. Auch, wenn ich die meisten der 51 Spiele noch nicht kenne, sehe ich diese Sammlung als gute Gelegenheit, einige Klassiker kennenzulernen. :)

  • Ilja Rodstein

    Redakteur

    @Irves | Julian Zu zweit super viele
    Zu dritt zu viert muss ich noch testen :)