Eine musikalische Reise in die Welt von Kingdom Hearts

Im Jahr 2002 wurde mit Kingdom Hearts ein Titel veröffentlicht, der nicht nur für Begeisterung bei Videospielfans, sondern auch bei Liebhabern der Animationsfilme von Disney sorgte. Spieler durften in diesem Action-Rollenspiel in die gigantischen Schuhe von Sora schlüpfen und sich mit den Disney-Helden Goofy und Donald Duck zusammentun, um verschiedenste Disney-Welten sowie originale Gebiete zu bereisen und diese aus den Fängen der Herzlosen zu befreien. Mit an Bord waren auch Charaktere aus Square Enix' hauseigenem Final Fantasy-Franchise, was nicht zuletzt dazu beitrug, dass das Crossover ein solcher Erfolg wurde, dass bis heute zahlreiche Titel der Serie erschienen sind. Leider war ein Großteil davon über lange Zeit lediglich für Besitzer von Sonys Konsolen verfügbar – Nintendo-Fans mussten unterdessen mit kleineren Titeln, die die Zeit bis zur Veröffentlichung weiterer Titel der Hauptserie überbrücken sollten, vorliebnehmen. Auch wenn bis dato noch immer viele Titel der Reihe nicht für Nintendos Konsolen verfügbar sind, so waren es dennoch erfreuliche Nachrichten, dass das musikalische Spin-off Kingdom Hearts: Melody of Memory am 13. November 2020 auch für die Nintendo Switch veröffentlicht wird. Und nicht nur das: Interessierten Spielern bietet sich bereits schon jetzt die Möglichkeit, das Rhythmusspiel mittels einer über den Nintendo eShop verfügbaren Demo auszuprobieren – und genau das haben wir für euch getan!


Es kann manchmal ganz schön wild werden, auf drei Charaktere gleichzeitig zu achten. Immerhin hat Donald ordentlich Spaß.

© Disney / Pixar / Square Enix

Kingdom Hearts: Melody of Memory lässt euch tiefer in die Musik der beliebten Reihe eintauchen als jemals zuvor. Mit über 140 Songs kann sich der Umfang des Rhythmusspiels wirklich sehen lassen. In der Demo könnt ihr davon jedoch nur sechs Musikstücke ausprobieren – vier im Einzelspieler und zwei im Koop-Modus. Bei den Songs bewegen sich die Charaktere auf Schienen, die einer Musikzeile nachempfunden sind, während im Hintergrund der Ort, an dem das Musikstück im Originalspiel zu hören war, zu sehen ist. Auf deren Weg vom Anfang bis zu Ende des Levels kommen ihnen diverse Gegner, die aus den Kingdom Hearts-Spielen bekannt sind, entgegen und erfordern entsprechende Eingaben, um sich ihrer zu entledigen. Mit den Knöpfen A, L und R könnt ihr Angriffe ausführen, B dient dem Springen und mit X können Magieangriffe ausgeführt werden, wenn euer Charakter auf einen entsprechenden Magiekristall zuläuft. Wenn ihr im Einzelspielermodus – so wie einst im ursprünglichen Kingdom Hearts – mit Sora, Donald und Goofy als Party unterwegs seid, müsst ihr bei den Angriffen unter Umständen mehrere Angriffsknöpfe gleichzeitig drücken, wenn mehrere Charaktere zur selben Zeit auf einen Gegner stoßen. Der Sprung dient sowohl dem Ausweichen von gegnerischen Distanzangriffen als auch dem Erreichen fliegender Gegner. Wird die Taste gedrückt gehalten, schwebt Sora und kann dabei fliegende Noten einsammeln. Ansonsten erscheinen gelegentlich noch Kisten, die zerstört werden wollen, oder spezielle, stärkere Gegner, die mehrmals in Folge getroffen werden müssen, bis sie sich geschlagen geben.


Doch all die Gegner und anderen Objekte sind nicht wahllos auf den Notenlinien platziert, sondern stellen die Noten des jeweiligen Musikstücks dar. Folglich ist es also nicht empfehlenswert, einfach blind drauflos zu schlagen, sondern sich am Rhythmus des Songs zu orientieren. Kurz bevor die jeweiligen Aktionen auszuführen sind, erscheint ein immer kleiner werdender Kreis an den entsprechenden Objekten, der das richtige Timing visualisieren soll. Je nachdem wie perfekt die Aktion ausgeführt und damit die Note getroffen wird, desto mehr Punkte gibt es. Mehrere erfolgreich getroffene Noten am Stück erhöhen die Serie und dadurch ebenfalls die zu erhaltenden Punkte. Wird einer der Charaktere getroffen, weil ein Gegner vor einem drohenden Zusammenprall nicht angegriffen oder einem Distanzangriff nicht rechtzeitig ausgewichen wird, sinkt die Gesundheitsleiste. Ist diese erschöpft, endet euer Versuch und ihr müsst den Song von vorne beginnen. Unten links findet ihr außerdem eine hilfreiche Fortschrittsanzeige, die verdeutlicht, wie weit ihr im jeweiligen Lied vorangeschritten seid. Am Ende des Songs erwartet euch dann ein Bildschirm, der euch zeigt, wie gut ihr abgeschnitten habt, und einen Rang verleiht. Was es bewirkt, dass die Charaktere hierbei Erfahrung erhalten und sogar im Level aufsteigen können, konnte ich anhand der Demo leider nicht herausfinden.


Besonders erwähnenswert sind gleich zwei Möglichkeiten, den Schwierigkeitsgrad des Spiels anzupassen. Alle Songs sind in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielbar: Anfänger, Normal und Profi. Je nachdem, welchen davon ihr wählt, ändert sich die Anzahl der Gegner und Objekte, mit denen während des Songs interagiert werden muss. Auf der höchsten Schwierigkeitsstufe muss beinahe bei jeder Note des Lieds auch eine Eingabe vom Spieler erfolgen. Außerdem könnt ihr noch den Spielstil ändern, was sich ebenfalls direkt auf die Schwierigkeit auswirkt. Im Standard-Modus muss genau darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Buttons zur Ausführung der verschiedenen Aktionen gedrückt werden. Wenn mehrere Charaktere gleichzeitig angreifen sollen, muss auch die entsprechende Anzahl an Angriffsknöpfen gedrückt werden. Wer es etwas einfacher haben möchte, kann in den Einzel-Modus wechseln, in dem nur ein einziger Knopf zur Ausführung sämtlicher Aktionen gedrückt werden muss. Ganz egal ob Angriff, Sprung, Magieeinsatz oder sogar die Attacke mit allen drei Charakteren gleichzeitig – es muss immer nur dieselbe Taste passend zum Takt der Musik gedrückt werden. Wer hingegen eine besondere Herausforderung sucht, spielt stattdessen den Performance-Modus, in dem neben den zuvor genannten Tasten auch noch Y, ZL und ZR ins Spiel kommen, um weitere Bonuspunkte zu sammeln.


Gemeinsam gegen die Herzlosen: Sora und Riku können dank lokalem Koop zusammen in die Schlacht ziehen.

© Disney / Pixar / Square Enix

Außer dem Einzelspielermodus gewährt die Demo noch einen kleinen Einblick in einen der weiteren Modi. Wer sich gerne mit einer weiteren Person zusammentun möchte, kann das Spiel gemeinsam im lokalen Koop-Modus genießen. In diesem laufen zwei Charakteren – in der Demo sind Sora und Riku verfügbar – über die Notenzeile und müssen dabei gemeinsam versuchen, den Punktestand möglichst weit in die Höhe zu treiben. Beide verfügen hierbei über ihre eigene Gesundheitsanzeige, die jedoch nicht von solch essenzieller Bedeutung wie im Einzelspieler ist. Sollte einem Charakter die Gesundheit ausgehen, werden lediglich Punkte von eurem Konto abgezogen und der Song läuft einfach weiter. Verwenden die Charaktere Magie, können sie hier Vita einsetzen, um den Partner zu heilen, weshalb die Leiste eigentlich nie ganz leer werden sollte – außer natürlich ihr setzt euch so wie ich bei meinem Test hin und spielt beide Charaktere mit zwei Controllern gleichzeitig. Das schafft wohl nur Herr Sakurai ...


Da es sich hierbei lediglich um eine Demoversion von Kingdom Hearts: Melody of Memory handelt, fehlen natürlich noch einige Features der schon in weniger als einem Monat erscheinenden Vollversion. Der Modus „Weltenreise“ soll eine Art Story darstellen, bei der die gesamte Geschichte der Kingdom Hearts-Serie in musikalischer Form nacherzählt wird. Das Ganze soll aus Sicht von Kairi, einer Freundin von Sora und Riku, geschehen. Neben zahlreichen Welten sollen auch Zwischensequenzen aus den Originalspielen sowie eine eigene, brandneue Story auf euch warten. Die Sequenzen können dann auch im „Museum“ angesehen werden. Auch der Modus „VS-Kämpfe“, in dem ihr gegen andere Spieler antreten könnt, ist in der Demo leider noch nicht verfügbar. Im Hauptspiel werden außerdem noch weitaus mehr als die sechs Musikstücke aus der Demo verfügbar sein und sicherlich die Herzen vieler Disney-, Final Fantasy- und Kingdom Hearts-Fans höherschlagen lassen.

Unsere Prognose

Meinung von Philipp Pöhlmann

Die Demo zu Kingdom Hearts: Melody of Memory gibt einen Vorgeschmack auf den neuesten Ableger der beliebten Reihe von Disney und Square Enix. Das Musik-Spin-off spricht aufgrund von gleich zwei Möglichkeiten, wie sich der Schwierigkeitsgrad anpassen lässt, nicht nur Rhythmusenthusiasten, sondern auch Neueinsteiger des Genres an. Außerdem können dank lokalem Koop-Modus auch zwei Spieler gleichzeitig in das musikalische Abenteuer ziehen. Wie viel Inhalt die Vollversion des Spiels, im Besonderen der „Weltenreise“-Modus, der die Story der Hauptserie nicht nur nacherzählen, sondern auch erweitern soll, tatsächlich bietet, bleibt abzuwarten. Nach dem ersten Testen der Demo lässt sich jedoch bereits jetzt sagen, dass das Gameplay ordentlich Spaß macht. Schade nur, dass nicht noch ein paar mehr Songs zur Verfügung gestellt wurden.
Mein persönliches Highlight: Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, die jedermann ansprechen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 4

  • wonderboy

    Turmbaron

    wie.. jetzt werden schon Demos getestet?

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Fand die Demo langweilig. Wenn das gesamte Spiel so abläuft, dann ist es nix für mich.

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    wonderboy habe ich mich auch gewundert

  • SAM

    Conkers bester Freund

    Die Demo hat mich wie schon so viele andere Demos davor eher abgeschreckt. Kann mit dieser Art von Spiel aber auch wenig anfangen, obwohl ich meine in diesem Genre schon besseres gespielt zu haben :shigeru:


    Hoffe aber auf einen Erfolg, denn dann stehen evtl. die Chancen das die Hauptserie auch auf der Switch landet etwas größer da?! ;)