Reise in eine mystische Welt

Der Titel Sakuna: Of Rice and Ruin wurde im Sommer des letzten Jahres für die Nintendo Switch angekündigt. Zugegebenermaßen war ich, als ich zum ersten Mal vom Spiel des Entwicklerstudios Edelweiss gehört habe, ziemlich verwundert. Denn Sakuna: Of Rice and Ruin wagt sich an eine ziemlich einzigartige Kombination und verbindet Elemente eines klassischen 2D-Action-Platformers mit einer Landwirtschaftssimulation, die ihren Fokus dem Spieltitel entsprechend auf den Reisanbau legt. Wir konnten für euch die ersten Stunden des ausgefallenen Genre-Mix anspielen und klären in dieser Vorschau, ob das Zweimann-Team von Edelweiss hiermit den Samen für ein gelungenes Spiel gesät hat.


Sakuna und ihre Gefährten verschlägt es auf die Insel der Dämonen.

© Edelweiss

Die Geschichte von Sakuna: Of Rice and Ruin beginnt relativ unvermittelt, als eine Gruppe von Menschen, die offensichtlich auf der Flucht ist, über eine mystische Brücke geht und die Welt der Götter betritt. Sakuna, Tochter des Kriegs- und der Erntegöttin, führt die Gruppe von Sterblichen unbeabsichtigt zur Hauptstadt des göttlichen Königreichs. Bei dem Versuch, die Eindringlinge dingfest zu machen, setzt sie zu allem Überfluss auch noch die heiligen Kornkammern in Brand, in der die Opfergaben der Sterblichen aufbewahrt werden. Die Torheit der jungen Göttin bleibt nicht ungestraft. Um ihre Fehler wieder gutzumachen, wird Sakuna mitsamt den Sterblichen, die sie in die Hauptstadt geführt hat, auf die Insel der Dämonen verbannt. Dort soll sie die Herrschaft der Götter wiederherstellen und dadurch ihre Weste reinwaschen. Götter und Dämonen geben bereits einen Hinweis darauf, dass die Welt von Sakuna: Of Rice and Ruin stark von der japanischen Mythologie geprägt ist. Immer wieder finden sich Anspielungen auf das Verhältnis von Mensch und Natur und die verschiedenen Wesen, denen ihr im Verlauf der Geschichte begegnet, zeigen deutliche Einflüsse von Fabelwesen, wie sie beispielsweise auch in Anime-Klassikern wie Prinzessin Mononoke zu finden sind.


Auf der Insel der Dämonen angelangt, kämpft ihr euch zunächst zur ehemaligen Farm eurer Eltern vor, die sich, wie es der Zufall will, ebenfalls auf der Insel befindet. In diesen ersten Szenen bekommt ihr einen guten Eindruck von der Action-Platformer-Mechanik, die in den Erkundungs- und Kampfpassagen des Titels das wesentliche Spielelement bildet. Euch stehen dabei ein schneller und ein starker Angriff zur Verfügung, die ihr miteinander kombinieren könnt, um eure Gegner möglichst effizient zu besiegen. So lohnt es sich beispielsweise, zunächst mit schnellen Angriffen gegnerische Paraden zu unterbrechen, um den Dämonen dann mit eurer Zweihandwaffe den Rest zu geben. Generell lässt sich schon nach den ersten Spielstunden sagen, dass euch Sakuna: Of Rice and Ruin trotz des einfachen Grundgerüsts eine Vielzahl von Möglichkeiten geben wird, um euren eigenen Kampfstil auszuprägen. Neben den beiden Standardangriffen steht euch nämlich noch ein dritter Slot für Spezialmanöver zur Verfügung, den ihr mit verschiedenen Kombinationsattacken belegen könnt. Beispielsweise könnt ihr eine Sprungattacke freischalten, mit der ihr euch in der Luft drehen und fliegenden Feinden Schaden zufügen könnt.


Im Kampf stellt ihr euch Gegnern wie diesem Hirschdämon entgegen.

© Edelweiss

Die Palette an Möglichkeiten solltet ihr auch unbedingt ausnutzen, denn eure Gegner sind ebenfalls sehr vielfältig aufgestellt. Die auf den ersten Blick recht harmlosen Dämonenhasen, denen ihr schon sehr früh begegnet, können beispielsweise als Fernkämpfer und in größeren Gruppen sehr lästige Gegner sein, die euch mit ihrer schieren Anzahl überrennen können. Umgekehrt gibt es auch größere und stärkere Kreaturen wie verfluchte Wildschweine, die mit einem Holzschild bewaffnet sind und deren Deckung ihr ohne schnelle Richtungswechsel nicht überwinden könnt. Hierbei hilft euch Sakunas magisches Gewand, das ähnlich wie ein Enterhaken funktioniert und es euch erlaubt, euch an Gegnern vorbeizuziehen. Außerhalb der Gefechte hilft euch diese Fähigkeit beim Erkunden der einzelnen Level, in denen sich immer wieder Geheimnisse wie versteckte Schriftrollen oder wertvolle Erze finden lassen, die euch beim Spielfortschritt helfen.


Habt ihr die ersten Gegner-Horden überwunden, erreicht ihr zusammen mit euren Gefährten die Farm, die von diesem Zeitpunkt an eure Basis bildet. Hier könnt ihr Aufträge von euren Mitstreitern annehmen und müsst natürlich auch selbst das Feld bestellen. Wie eingangs bereits erwähnt, steckt in Sakuna: Of Rice and Ruin nicht nur viel Action, sondern auch eine recht ausgebaute Landwirtschaftssimulation. Soll heißen: Das Spiel ist in verschiedene Jahreszeiten gegliedert, in denen ihr spezielle Aufgaben übernehmen müsst, um das Überleben eurer Gruppe sicherzustellen. Im Frühjahr gilt es zunächst, das Korn einzupflanzen und kontinuierlich dafür zu sorgen, dass genug Wasser auf dem Feld ist. Parallel müsst ihr Unkraut jäten und später selbst Dünger anreichern, um euer Feld mit Nährstoffen zu versorgen. Nach der Ernte im Herbst, bei der ihr ebenfalls selbst übers Feld gehen müsst, wird der Reis eingelagert, um danach die Körner von der Pflanze trennen zu können. Ihr könnt all diese Schritte wahlweise auch delegieren, müsst dann aber mit einer niedrigeren Qualität eurer Ernte rechnen. Die Landwirtschaftssimulation ist daher kein Beiwerk für das Action-Gameplay, sondern ein gleichberechtigter Anteil des Spiels.


Die Pflege eurer Farm ist genauso wichtig wie der Kampf.

© Edelweiss

Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Qualität eurer Ernte einen Einfluss auf eure Stärke im Kampf hat, denn am Ende jedes Tages kommt es zum gemeinsamen Abendessen mit euren Gefährten, bei dem ihr selbst die Zutaten zusammenstellen und dadurch eure Fähigkeiten für den Folgetag verbessern könnt. Es lohnt sich also durchaus, vor einem Kampf gegen einen größeren Gegner den Teller extra voll zu machen und Sakuna dadurch Boni auf Stärke oder Gesundheit zu geben. Daneben gilt es auch, die gefundenen Materialien zu nutzen, um bessere Ausrüstung herzustellen. Die Entwickler beweisen hier viel Liebe zum Detail. Alle Waffen, mit denen Sakuna auf Dämonenjagd geht, sind eigentlich Farmwerkzeuge wie Sicheln oder Schaufeln. Edelweiss zeigt, wie wichtig dem Entwicklerteam die Kohärenz der Welt und die Verbindung der verschiedenen Gameplay-Elemente sind.


Technisch wie audiovisuell hinterlässt Sakuna: Of Rice and Ruin auf der Nintendo Switch schon jetzt einen sehr guten Eindruck. Die verschiedenen Abschnitte, die ich bisher erkundet habe, sind abwechslungsreich gestaltet und in einem schönen Anime-Stil umgesetzt. Gleiches gilt für die Charaktere und Kreaturen, denen ich begegnet bin. Besonders schön ist dabei das Spiel der Jahreszeiten anzusehen: Als ich nach meiner ersten Erkundungstour im Herbst in einen verzauberten Wald zurückkehrte, war die vorher sattgrüne Farbpalette einem für die Jahreszeit typischen Rotbraun gewichen. Das Spiel präsentiert hier eine wirklich detailreiche und mit viel Liebe gestaltete Welt voller Mystik, bei der man sich immer wieder auf die nächste Erkundung freut. Zusammen mit einem dezenten, aber sehr stimmungsvollen Soundtrack lädt Sakunas Welt zum Verweilen ein.

Unsere Prognose

Meinung von Adis Selimi

Sakuna: Of Rice and Ruin hat mich überrascht. Die anfängliche Skepsis, ob der doch ziemlich einzigartige Genremix auch spielerisch überzeugen kann, ist bei mir nach den ersten Spielstunden fast komplett verflogen. Denn das Entwicklerstudio Edelweiss präsentiert hier nicht nur eine mystische und stilsicher gezeichnete Welt, sondern zeigt auch auf, wie Kampf- und Landwirtschaftselemente mit einem Fähigkeitensystem und klugem Ressourcenmanagement sinnvoll miteinander kombiniert werden können. Abzuwarten bleibt aber, ob das Abenteuer das hohe Maß an Abwechslung und Qualität über die gesamte Spieldauer halten kann. Gerade der Reisanbau hat mit seinen immer wiederkehrenden Aufgaben das Potenzial, auf Dauer zu ermüden. Bis jetzt ist davon aber noch nichts zu spüren, weshalb ich Sakuna: Of Rice and Ruin gerne weiterspielen und euch in unserem Test davon berichten werde!
Mein persönliches Highlight: Die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Spielwelt, die zum Erkunden einlädt.

Die durchschnittliche Leserwertung

4 User haben bereits bewertet

Kommentare 6

  • Windwaker

    Turmbaron

    Auch ein Titel auf den ich mich richtig freue.:ddd:

  • Pascal Hartmann

    I'm not a cat

    Ich habe immer noch Lust drauf, auch auf die Limited Edition. Bei dem schönen Grafikstil lohnt sich das Artbook. Danke für die Vorschau, bin sehr gespannt auf den finalen Test :luigi_stare:

  • 16-Bit-Fan

    Gamer4Fun

    Bin immer noch gespannt drauf.

    Habe es vor einer weile einfach vorbestellt als Verdachtskauf.

  • Abbel

    Turmamazone

    Freue mich auch schon drauf. Der restliche Soundtrack ist bestimmt sehr schön <3

  • Darksamus666

    Wall-Jump-Akrobat

    Sieht sehr gut aus!

  • Kabuki-Ende

    noch nicht ganz am Ende...

    nun freue ich mich auch auf diese ungewönliche kombination aber auf der ps4 wird es wohl besser laufen