Durchgeknallt ist noch zu milde ausgedrückt

Das in Deutschland ansässige Studio Fizbin wird demnächst gemeinsam mit Thunderful Publishing den Titel Say No! More veröffentlichen. Ich muss zugeben, so wirklich habe ich das Spielprinzip nach dem Anschauen der beiden bislang veröffentlichten Trailer nicht verstanden, daher wollte ich den Titelunbedingt selbst ausprobieren. Zum Glück haben wir die Möglichkeit bekommen, einen ersten Eindruck in Form einer Steam-Vorschau zu erhalten. Was ich euch vorab verraten muss: Auch nach dem Anspielen verstehe ich das Spiel genau so wenig wie zuvor, allerdings hat es mich total aus den Socken gehauen. Denn das Spiel hat ganz andere Qualitäten als das Gameplay, sodass die Spielbarkeit in den Hintergrund rückt.


Anfangs werdet ihr etwas von den Mitarbeitern eingeschüchtert.

© Thunderful Publishing

Nachdem ihr euch im Charakter-Editor ausgetobt und euren Protagonisten kreiert habt, geht es an die Arbeit als neuer Praktikant/neue Praktikantin in einem Bürounternehmen. Wie üblich werdet ihr von den Festangestellten sehr schlecht behandelt, müsst Kaffee holen, deren Aufgaben verrichten und in der Abstellkammer mit den anderen Praktikanten Platz nehmen. Aber euer größtes Problem ist: Möchtet ihr „Nein!“ sagen, kommt nur ein dumpfes Geräusch aus eurem Mund. Zum Glück findet ihr eine sehr alte Kassette mit einem Motivationstrainer, der euch genau das lehrt. Gestärkt durch die Kassette, lauft ihr selbstbewusst durch das Büro und sagt jedem Mitarbeiter ein so lautes „Nein!“, dass diese umgehauen werden.


Im weiteren Spielverlauf lernt ihr weitere Möglichkeiten, die Mitarbeiter zu verspotten. Ob Auslachen, Klatschen oder auch ein extrem effektives, aufgeladenes „NEIN!“, ihr macht den Mitarbeitern die Hölle heiß und versetzt das ganze Büro ins Chaos. Sobald die Bosse des Unternehmens sehen, was ihr angestellt habt, feuern diese euren Abteilungsleiter und stellen euch als neue leitende Kraft im Unternehmen kann, da euer „Nein!“ extrem überzeugend ist. Grob zusammengefasst ist dies das erste Level beziehungsweise die ersten zehn Minuten des Spiels.


Doch dann lehrt euch eure Motivationskassette, einfach mal „Nein!“ zu sagen.

© Thunderful Publishing

Die Story und Dialoge in Say No! More sind dabei extrem verrückt, nehmen oftmals eine rasche Wendung und es kommt nie so, wie ihr es erwartet. Leider sind die Dialoge nur auf Englisch vertont, allerdings könnt ihr von euch über deutsche Untertitel freuen. Der größte Motivationstreiber im Spiel ist die Story. Solltet ihr also Zuschauer im Haus haben, werden auch diese Spaß beim Zugucken haben, während ihr spielt. Spielerisch wirkt das Spiel nach den ersten beiden Leveln nicht wirklich verständlich. So bewegt sich der Charakter von selbst, ihr müsst nur Aktionen wie das lautstarke „Nein!“ ausführen. Allerdings verstehe ich noch nicht so ganz, wie die unterschiedlichen Aktionen wie Klatschen, Lachen oder „Nein!“ sagen einzusetzen sind. Ich kann jederzeit die „Nein!“-Taste drücken und komme meistens durch das Spiel. Hoffentlich trifft man im weiteren Spielverlauf auf Situationen, die unterschiedliche Aktionen erfordern.


Nichtsdestotrotz liebe ich einfach den verspielten Stil des Spiels. Der Retro-Design wurde gut umgesetzt und die Vertonung ist wirklich sehr gut und authentisch gelungen. Der Humor ist extrem überzogen und das im positiven Sinne. Ich habe sehr oft lachen müssen und eigentlich bin ich gar nicht so leicht zum Lachen zu bekommen. Ich habe große Lust, weiterzuspielen und die Story zu erleben. Ob das Gameplay tiefgründiger wird oder nicht, ist mir ehrlich gesagt bislang ziemlich egal. Der Humor und die Story sind die Säulen, die das gesamte Spiel stemmen.

Unsere Prognose

Meinung von Ilja Rodstein

Es ist schwierig, zu beschreiben, was Say No! More wirklich ist. Falls ihr auf den stumpfen Humor von South Park steht, werdet ihr hier gut unterhalten; das Spiel ist quasi die jugendfreie Umsetzung des Humors. Auch wenn es mich spielerisch bislang nicht besonders überzeugen kann, ist mir das egal, da die Story und der Humor großartig sind. Ich freue mich auf die Vollversion des Spiels und die weiteren Ideen im fortschreitenden Storyverlauf.
Mein persönliches Highlight: Die extrem überraschenden Wendungen zum Ende der beiden Kapitel.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 3

  • Oblomov

    Sucht und Ordnung

    Ich fänds ja klasse, wenn man es so ähnlich handhabt wie in Phoenix Wright für DS und 'NEIN' ins Mikrofon brüllen muss :D


    (hat die Switch überhaupt ein Mic??)

  • Psychael

    Chronischer Dönermampfer

    Klingt bisher ganz witzig von der Idee her... Nein sagen können ist schließlich eine sehr wichtige Eigenschaft. ;-)


    Mal abwarten, was der Titel so Gameplaytechnisch zu bieten haben wird. Klingt ja in der Hinsicht bislang sehr dünn. Wenn da nicht mehr kommt, wird das wohl eher kein Game für mich sein....


    Abwarten und beobachten.

  • Zarathustra

    Muad'dib

    Ilja Rodstein eigentlich hast du mich schon mit der Überschrift vom Kauf überzeugt