Zurück in Tokyo und im Spiel der Reaper

Wer hätte es nur für möglich gehalten? Nachdem der Nintendo DS-Geheimtipp The World Ends with You 2018 auf der Nintendo Switch veröffentlicht wurde, war Square Enix fleißig am Werk und versorgt bald alle Fans mit einem Nachfolger des Klassikers. Mit NEO: The World Ends with You erwartet uns ein neues, verrücktes Abenteuer in Tokyo, in welchem wir wieder einmal Teil des Reaper-Spiels sind – dieses Mal mit zahlreichen anderen Charakteren im Rampenlicht. Wir konnten uns bereits im Vorfeld die englische PlayStation 4-Version des Spiels näher ansehen und möchten euch einen kleinen Einblick geben, was euch im Spiel erwartet, wenn es am 27. Juli 2021 für die Nintendo Switch und PlayStation 4 sowie im Laufe des Sommers für den PC erscheint.


Die Fähigkeiten eurer Charaktere im Kampf könnt ihr durch verschiedenste Pins anpassen.

© Square Enix Co., Ltd.

Ihr schlüpft in die Rolle des neuen Hauptcharakters Rindo, welcher von seinem besten Freund Fret aber auch gerne mal „Rindude“ oder im Deutschen „Rinbro“ genannt wird. Als die beiden sich am Anfang des Spiels in Shibuya treffen wollen, passieren auf einmal seltsame Dinge, nachdem beide brandneue Pins ausgerüstet haben. Die mysteriösen Noise – eine Art von Gegnern im Spiel – erscheinen und richten in der Stadt ein ziemliches Chaos an. Noch bevor Rindo agieren kann, wird ein LKW in die Richtung von Fret geschleudert, welcher vom Fahrzeug zerquetscht wird. Rindo besitzt aber, wie er herausfindet, die Fähigkeit zum Zurückdrehen der Zeit, sodass er seinen Freund noch retten kann. Kurz danach befinden sie sich bereits im Spiel der Reaper.


Die Regeln dieses Spiels sind ziemlich einfach erklärt: Sieben Tage lang müssen verschiedene Missionen von den teilnehmenden Teams – darunter das Team von Rindo und Fret – erfüllt werden. Das Team mit den meisten Punkte am Ende gewinnt und hat einen Wunsch frei. Das Spiel wird vom sogenannten „Game Master“ namens Shiba veranstaltet und die Reaper sind quasi seine Helferlinge, denen ihr des Öfteren über den Weg laufen werdet. Um aus diesem Spiel und dem Tod zu entkommen, versuchen Rindo und Fret natürlich alle Missionen zu erfüllen.


Im Laufe des Spiels besucht ihr verschiedene Stadtviertel von Tokyo, welche sich je nach aktuellem Storyfortschritt für euch öffnen. Hierbei befindet ihr euch aber im sogenannten „Underground“, eine andere Ebene der Realität, sobald ihr Teil des Spiels der Reaper seid. Die Welt ist an sich identisch zum „Realground“ (quasi die Welt, wie wir sie kennen), allerdings tauchen hier die genannten Noise auf und ihr könnt nur mit den Reapern und anderen Mitspielern interagieren – nicht mit Personen aus dem Realground. Zudem könnt ihr die Umgebung abscannen, wodurch ihr die Gedanken von Personen des Realgrounds lesen und Noise sehen sowie bekämpfen könnt.


Ein schriller Überlebenskampf


Bekämpfen ist ein gutes Stichwort. Der Aufbau des actionbasierten Kampfsystems ist für ein JRPG eher ungewöhnlich, konnte mir aber in der fast zweistündigen Anspielsession bereits viel Spaß bereiten. Jeder eurer Charaktere hat – zumindest zu Beginn – Platz für einen ausrüstbaren Pin. Davon scheint es genügend zu geben: Laut Menü könnt ihr über 300 verschiedene Pins im gesamten Spiel sammeln. Jeder Pin hat hierbei andere Fähigkeiten, die er dem jeweiligen Charakter verleiht. So könnt ihr den Gegnern Elektroschocks verpassen, ihnen mit Feuer einheizen, Geschosse in deren Richtung schießen oder sie mit stylischen Nahkampfattacken vermöbeln.


Fret hat eine spezielle Fähigkeit, mit der er Leute an bestimmte Sachen erinnern kann – zum Beispiel einen Reaper, dass er seine Arbeit erledigen soll.

© Square Enix Co., Ltd.

Aber aufgepasst: Jeder Pin kann nur begrenzt oft eingesetzt werden, bis er sich daraufhin einige Sekunden lang wieder aufladen muss. Die Pins können nach jedem Kampf gewechselt werden und jeder hat seine eigene Taste, die ihr im Kampf drücken müsst. Da jeder Charakter anfangs nur einen Pin tragen kann, wechselt ihr daher stets zwischen den Charakteren hin und her, wenn ihr verschiedene Pins einsetzt. Bis auf diese Pin-Attacken gibt es aber zumindest bislang keine merkbaren Unterschiede zwischen den Charakteren.


Die Steuerung im Kampf und in der Oberwelt nutzt nun übrigens eine klassische Steuerungsvariante mit Sticks und Tasten – beim Nintendo DS-Spiel spielte man lediglich mit dem Touchscreen, während ihr bei der Nintendo Switch-Version die Wahl zwischen Cursor-Steuerung mit einem Joy-Con oder Touchscreen-Steuerung im Handheld-Modus hattet. Dadurch könnt ihr nun schneller und gezielter auf Gegner in den Kämpfen reagieren.


Insgesamt machte die Präsentation auf mich einen bislang exzellenten Eindruck. Viele der Dialoge sind wie eine Art Manga- oder Comicpanel aufgebaut. Gepaart mit den guten Texten, der gelungenen englischen Synchronisation und den tollen Charakterartworks können wir uns in diesen Aspekten auf einen würdigen Nachfolger zu The World Ends with You einstellen. Auch die verschiedenen Musikstücke mit unterschiedlichen Genres sowie in den meisten Fällen mit Lyrics können an die bisherigen Songs anknüpfen. Worüber man sich wohl streiten kann, ist der Wechsel von einer gezeichneten zu einer 3D-modellierten Umgebung. Das ist aber wahrscheinlich Geschmackssache und als Kenner des Vorgängers habe ich mich schnell mit dem neuen Stil anfreunden können.

Unsere Prognose

Meinung von Thomas Steidle

Nach meiner Anspielsession von NEO: The World Ends with You kann ich sagen, dass ich mich bereits sehr auf die Veröffentlichung am 27. Juli freue. Wieder einmal können wir uns in ein Spiel der Reaper wagen, welches dank der interessanten Charaktere und einem ausgeklügelten Kampfsystem bereits die Vorfreude in mir weckt. Alles in allem wirkt es bisher wie ein gelungener zweiter Teil, der Kritikpunkte des Vorgängers – wie die Steuerung – verbessert und mit einer weiteren spannenden Geschichte und vielen Geheimnissen aufwartet. Wir können definitiv gespannt sein, was sich Tetsuya Nomura und der restliche Teil des Entwicklerteams alles ausgedacht haben.
Mein persönliches Highlight: Das Kampfsystem mit den vielen verschiedenen Pins.

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Kommentare 9

  • Rye

    GBA-Freak, Musik-Freak

    Bisher war mir nur Shoka wirklich sympathisch.


    Aber das Fret scheinbar so ein amüsanter Typ ist.. find ich nicht schlecht.


    Komisch das SE das hinbekommt, aber KH ports als 'Technologically difficult" bezeichnet....


    Mal sehen wie sichs anlässt.

    Aber SE Spiele zum Vollpreis kommen mir nicht wieder ins Haus (70€ für KH III, da hätt man viel besseres für bekommen können, und FFVIIR war seine 55€ auch nicht wert. ugh)


    Hoff bloß das das wieder mal ein akzeptabler SE Titel wird.

    2011 bis 2021 war (bis auf Dragon Quest und Ports [alter, guter Spiele])nix gutes mehr dabei...


    Oje. Firmen und ihre Loweffort-MaxIncome Mentalität :(


    PS: No-mura lieber nicht mehr sooft erwähnen.

    Der genießt aus gutem Grund bei Fans nen miserablen Ruf.

    (Wenn Fans meinen er hätte 'KHI aus Asset Fragmenten' wieder zum Leben neu erweckt... :facepalm:. Der Typ soll beim Charakter Design bleiben und den anderen weniger dämliche Vorschriften machen. Hat seinen Grund warum er nicht mehr FFVIIR's Direktor is)

  • Cirno the strongest

    Ryehatte square enix nicht das prpblem ständig ihre source codes zu verlegen? War glaub uch auch der grund das der switch port von dragin quest 3 ein mischmasch aus der handy und konsolen version war

  • Rye

    GBA-Freak, Musik-Freak

    Cirno the strongest Bis zur Jahrtausendwende war es bei (einigen) japanischen Firmen der Standart fertige Projekte 'zu entwerten'.

    Egal of SE mit KHI bzw. FFVIII oder Capcom mit den alten Megaman Teilen.

    Nintendo ist da eine der wenigen 'vorausblickenden' Firmen was das betrifft.


    Ändert aber nichts dran, das aus Schnipseln und Instruktionen ein Spiel wieder aufbereitet werden kann (siehe Mario64 Fan re-reimplementation, oder GTA III/Vice City 2020 durch Fans)


    Glücklicherweise besinnen sich alle nun darauf das Ports und/Remasters ne wahre Goldgrube sind und behalten ihre Sourcecodes schön bei sich.

  • Fang

    Klingt schon mal sehr gut. Hoffe die Switch-Version wird technisch in Ordnung sein.


    Hoff bloß das das wieder mal ein akzeptabler SE Titel wird.

    2011 bis 2021 war (bis auf Dragon Quest und Ports [alter, guter Spiele])nix gutes mehr dabei...

    Octopath weint.

  • Nanashi

    Turmritter

    Hatte ein wenig Angst, dass das Spiel eine Art rundenbasiertes Kampfsystem haben könnte. Aber liest sich nicht so.

    Freu mich echt wahnsinnig drauf. Zusammen mit Scarlet Nexus meine Hype Spiel des Jahres

  • RhesusNegativ

    Meister des Turms

    Wie hieß die Visual Novel die vor kurzem für Switch erschienen ist und von Euch ganz gut bewertet wurde?

    Dachte eigentlich, dass das The Worlds Ends with you war. :rover:

  • NoctisStrife

    Turmfürst

    Freu mich mega drauf. Wird mein goty sofern Botw2 dieses Jahr nicht mehr erscheint :rover: oder ein gutes 2D DKC...


    RhesusNegativ Meinst sicher Worlds End Club. Die Bezeichnung "Visual Novel" triffts mMn aber nicht ganz. Das ist eher 'nen Misch aus 2D Platformer und leichten Adventure Elementen. Klar es gibt schon lange Lesepassagen (wobei das meiste vertont ist oder sogar alles), aber VNs legen mMn dann doch noch mehr Fokus aufs Lesen als es World End Club tut.

  • Psychael

    Dönervernichter

    Ich bin da noch skeptisch.


    Der erste Teil wurde von vielen Quellen als so extrem krass guter Geheimtipp gehandelt... das Game an sich fand ich dann zwar recht gut...aber es ist längst nicht eines der besten JRPS oder DS-Games ever, wie es viele ja bezeichnen... das Kampfsystem wirkte auf mich wie so ein typisches, billiges 08/15-Smartphone-Free2Play-RPG. (Fairerweise muss ich sagen: ich weiß es erschien ca. zu der Zeit, als es überhaupt so langsam mit den Smartphones losging. Da war der Mobile Spielemarkt und insbesondere der F2P-Markt in der Form noch gar nicht relevant)


    Die merkwürdige Steuerung der Switch Version kam dann auch noch dazu... gut, da der Nachfolger von Grund auf für die Switch entwickelt wurde und auf Tasten basiert, dürfte die Steuerung natürlich besser funktionieren. Wurde ja auch im Artikel erwähnt.


    Ich will irgendwie, dass das Game gut wird und gebe dem weiterhin eine Chance. Daher warte ich da noch finale Tests ab und schaue mir ggf. nen Stream oder Let`s Play zu an., um dann entscheiden zu können, ob ich mir es holen werde.

  • Raveth

    Freu mich schon. Das ganze geschehen in Teil 1 war schon interessant und da bietet sich einfach an, daraus noch mehr zu machen.