Eine Liebeserklärung an die Subkultur

Mit OlliOlli World wollen Roll7 die preisgekrönte "OlliOlli"-Videospielreihe noch in diesem Jahr um einen neuen Ableger für PC und Konsolen, darunter die Nintendo Switch, erweitern. Der neueste Streich entführt euch in das abgedrehte Radlandia, wo ihr euch auf die Suche nach den legendären Skategöttern begebt, die ihrerzeit die knallbunte Spielwelt mit ihren phänomenalen Trickkünsten geformt haben. Begleitet werdet ihr dabei erstmals von einer richtigen Crew, die euch zu den verschiedensten Spots mitnimmt und euch zur Höchstleistung anspornt. Wir durften bereits vorab in das Spiel hineinschnuppern und möchten euch nun unseren ersten Eindruck schildern.


OlliOlli World bietet erstmals Quarterpipes und Grabs.

© Roll7

OlliOlli World wurde im Rahmen der Indie World-Präsentation im diesjährigen April enthüllt. Der dritte Ableger der Reihe kommt erstmals in einer schnieken 3D-Optik daher. Obwohl man dem klassischen Spielprinzip weitgehend treu bleibt, nutzt man die zusätzliche Dimension, um die altbekannte Formel ein wenig aufzupeppen. Fortan wird nicht mehr länger ausschließlich von links nach rechts gebrettert. Die Level bieten nun verschiedene Abzweigungen mit jeweils anderen Hindernissen und Loops, die euch auch mal in die entgegengesetzte Richtung fahren lassen und euch an bereits passierte Punkte zurücksetzen.


Auch die Auswahl der Kurse findet nicht länger in einem kargen Menü statt, sondern auf einer Oberwelt, deren einzelne Bereiche und Punkte ihr schrittweise freischaltet. Allgemein macht OlliOlli World den Eindruck, als hätte man dem zuvor kalten Gerüst der Vorgänger Fleisch auf die Rippen gepackt. Mit Radlandia haben Roll7 eine Spielewelt geschaffen, die den Geist des Extremsports enorm gut einfängt. Überall finden sich Referenzen an die Rollbrett fahrende Subkultur, seien es die Highscore-Träger einer jeden Strecke, die fortan Local Heroes genannt werden, oder unser Protagonist selbst, der sich trotz seines Gipsarms nicht davon abhalten lässt, seiner riskanten Leidenschaft zu frönen.


Radlandia ist ein fantastischer Ort samt zahlreicher, skurriler Charakteren. Vier davon findet sich in eurer Crew wieder – der betagte Dad, der enthusiastische Mike, die kritische Suze und die bald in Pension tretende Repräsentantin der sagenumwobenen Skategötter Chiffon. Dad ist euer Lehrer und versorgt euch regelmäßig mit frischem Equipment aus seinem Laden RadDads Skateshop. Mike ist ein großflächig tätowierter Hüne mit Beinprothese, der immer neue Herausforderungen für euch parat hat. Suze ist zuständig für die Aufnahmen eurer gewagten Kunststücke und trägt dafür immer eine Kamera bei sich. Und Chiffon, ihrerseits Skatewizard, sucht nach dem einen Skater, der ihr Erbe antreten soll.


Freie Wandflächen wie diese können mit einem Wallride überwunden werden.

© Roll7

Zusammen mit eurer Truppe bereist ihr die kreativen Kurse, die verteilt in den fünf Distrikten von Radlandia liegen. Zu deren Hindernissen gehören erneut klaffende Abgründe, meterlange Geländer zum Grinden und erstmals auch Flächen für Wallrides sowie Quarterpipes, die euch kurzerhand in die entgegengesetzte Richtung fahren lassen. Wie bereits erwähnt, bieten die einzelnen Level auch Abzweigungen mit jeweils eigenen Hürden, die ihr per Knopfdruck einschlagen könnt. Insgesamt fallen die Strecken länger aus als in den beiden Vorgängern. Um Frustsituationen vorzubeugen, gibt es nun Checkpoints, an die ihr euch nach einem Sturz zurücksetzen lassen könnt.


OlliOlli World präsentiert sich einsteigerfreundlicher als seine Vorgänger, ohne den Anspruch außer Acht zu lassen. Ihr könnt nach wie vor perfekte Landungen sowie Grinds hinlegen, indem ihr im richtigen Moment auf die dafür vorgesehene Taste drückt. Jedoch landet ihr nicht gleich unsauber, solltet ihr das einmal vergessen. Auch die eben erwähnten Rücksetzpunkte sorgen für einen leichteren Einstieg. Schafft ihr es dennoch, eine Strecke am Stück zu absolvieren, wird dieser Erfolg entsprechend vermerkt.


Optisch macht OlliOlli World einen stimmungsvollen Eindruck. Randlandia zeigt sich farbenfroh und enorm abwechslungsreich. Wie auch der Sport, kennt die Spielwelt keine Grenzen und Regeln. Hier begegnet ihr gigantischen Bienen, umherwandelnden Bäumen oder sich am Strand sonnenden Eiscremewaffeln. Das abgedrehte Universum erinnert hierbei entfernt an die beliebte Cartoonserie Adventure Time. Die grelle Ästhetik wird von einem stimmungsvollen Soundtrack untermalt, wodurch ihr euch regelrecht in Trance spielen könnt. Bislang konnten wir nur die PC-Version von OlliOlli World testen, allerdings soll es sich bei der damaligen Premiere während der Indie World-Präsentation um Spieleszenen der Nintendo Switch-Fassung gehandelt haben, womit man hinsichtlich der Technik schon einmal einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Unsere Prognose

Meinung von Felix Kraus

OlliOlli World führt das preisgekrönte Spielprinzip konsequent fort und erweitert die Grundmechniken an den richtigen Stellen. Wo sich die Vorgänger mitunter etwas statisch angefühlt haben, verleiht man OlliOlli World mit Radlandia und seinen abgedrehten Bewohnern eine warme Persönlichkeit mit zahlreichen Referenzen an die Subkultur. Obwohl man sich zugunsten der Einsteigerfreundlichkeit dazu entschieden hat, ein paar Änderungen am System vorzunehmen, bleibt OlliOlli World durchweg fordernd und belohnend. Solltet ihr bereits mit den vorherigen Titeln Spaß gehabt haben, wird euch auch der neueste Ableger zu gefallen wissen. Ob die Vollversion dem positiven Eindruck der Testfassung gerecht wird, erfahren wir frühestens im diesjährigen Herbst.
Mein persönliches Highlight: Die einzigartige Spielwelt, die man mit Radlandia geschaffen hat.

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