Blue Reflection erstrahlt zum zweiten Mal

2021 ist ein gutes Jahr für Fans der japanischen Spieleschmiede Koei Tecmo. Alle paar Monate hat der Zusammenschluss talentierter Entwicklergruppen einen neuen Titel für uns parat und bedient damit ganz unterschiedliche Marken und Genres. Man denke an die Handvoll Atelier-Ableger, welche ihren Weg auf die Nintendo Switch gefunden haben; an die verschiedenen actionlastigen Warriors-Spiele; an die Rückkehr von Klassikern wie Ninja Gaiden. Und auch wenn wir zum diesjährigen Endspurt ansetzen, geht dem Publisher noch nicht die Puste aus. Passend zu Halloween erwartet uns die Wiederveröffentlichung des letzten Project Zero-Teils, während der November mit Blue Reflection: Second Light ein brandneues Abenteuer der Atelier-Macher in petto hat.


Wie im Traum


Der letztgenannte Titel ist es, um den sich diese Vorschau drehen soll. Koei Tecmo Europe hat uns die Möglichkeit geboten, in die ersten Spielstunden von Blue Reflection: Second Light reinzuspielen. Für Preview-Zwecke wurde uns die PC-Version bereitgestellt, sodass wir keine Aussagen über technische oder optische Aspekte der Nintendo Switch-Version tätigen können. Zumindest wollen wir euch aber einen Überblick über Spiel und Gameplay geben, sodass ihr wisst, womit ihr es zu tun habt. Immerhin werden wohl nur die wenigsten unter euch von der noch jungen Blue Reflection-Marke gehört haben, welche erst 2017 ihren Anfang nahm.


Ihr dürft mit vielen Zwischensequenzen rechnen, in denen die Figuren sich gegenseitig das Herz ausschütten.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd. / Exnoa LLC / AASA

Die Geschichte beginnt mit der japanischen Oberschülerin Ao Hoshizaki. Unsere Protagonistin ist mit Erfolg durch ihre Abschlussprüfungen gerasselt und muss den Sommer mit Büffeln verbringen. Auf dem Weg zum Nachhilfeunterricht geschieht jedoch etwas Sonderbares und Ao sieht sich in eine andere Welt transportiert. Diese besteht aus nichts als einer verlassenen Schule inmitten des Ozeans. Blau so weit das Auge reicht. Vollkommen unbewohnt ist dieses mysteriöse Eiland jedoch nicht. Ao trifft hier auf drei andere Mädchen, welche sich zwar nicht an ihre Vergangenheit erinnern können, allerdings gewillt sind, Ao dabei zu helfen, einen Weg zurück nach Hause zu finden. Langsam dämmert es ihnen, dass auch sie nicht in diese Welt gehören.


Bei Blue Reflection: Second Light handelt es sich um ein Abenteuerspiel mit Rollenspielelementen. Im Fokus des Spiels steht die Bande zwischen den Charakteren, welche durch verschiedene Interaktionsmöglichkeiten gestärkt werden kann. Dies erweist sich als essenziell, um zu überleben und den Geheimnissen dieser mysteriösen Welt näherzukommen. Der Alltag an der Akademie bietet jede Menge leichtherzige Dialoge und Aktionen, dient gleichzeitig aber als Vorbereitung auf die Erkundung von Bereichen im „Heartscape“. So nennt die Mädelsbande die seltsam anmutenden Umgebungen, welche immer wieder außerhalb der Akademie erscheinen.


Während bei der Akademie, welche als Schutz- und Rückzugsort dient, meist schönes Sommerwetter herrscht, sind die Orte im Heartscape alles andere als einladend. Monster streifen durch die Gegend und scheuen sich nicht vor einem Kampf. Kommt es zu einem Aufeinandertreffen, nutzen die Figuren ihre Gefühle, um Waffen zu beschwören und eventuell auch ihre Reflector-Form anzunehmen. Fans von Magical Girls werden sich hier gleich zu Hause fühlen. Während ihr keine direkte Kontrolle über die Charaktere habt, laufen Kämpfe äußerst dynamisch ab. Reihenfolge und Häufigkeit von Aktionen werden in Echtzeit bestimmt. Eine strategisch kluge Aneinanderkettung von Angriffen, um den Kombozähler und so den Schadensmultiplikator in die Höhe zu treiben, sind der Schlüssel zum Erfolg. Als Befürworter interaktiver RPG-Kampfsysteme empfand ich die Umsetzung in Blue Reflection: Second Light überaus erfrischend und berauschend.


Neben freier Erkundung kommt es manchmal auch zu Stealth-Missionen. Der rote Bereich zeigt den Sichtbereich von Monstern an.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd. / Exnoa LLC / AASA

Abstecher ins Heartscape sind nicht nur notwendig, um die Handlung voranzutreiben, sondern können auch dazu dienen, Nebenquests abzuschließen. Im Akademiealltag werden die anderen Mädchen immer wieder Aufträge für Ao bereithalten, welche sich nur durch Materialien aus dem Heartscape lösen lassen. Diese abzuschließen, bringt euch Talentpunkte ein, mit denen neue Fähigkeiten für Partymitglieder freigeschaltet werden können. Zu Beginn des Spiels beschränken sich diese noch auf simple Werteverbesserungen, werden angesichts der suggerierten Menge im Spielverlauf aber sicher auch andere Vorzüge bieten. Apropos Menge: Ein Blick durch die Menüs lohnt sich. Hier finden sich nicht nur zahlreiche Tipps & Tricks, sondern auch eine umfangreiche Datenbank mit allen Items, Orten, Charakteren und so weiter. Die Beschreibungen stammen von den Mädchen selbst und haben so immer einen persönlichen Touch. Sehr liebenswert gestaltet!


Zum Abschluss unserer Vorschau wollen wir Verschiedenes erwähnen, was bislang nicht zur Sprache kam. Auch wenn Koei Tecmo bei einigen aktuellen Veröffentlichungen deutsche Texte angeboten hat, wird dies bei Blue Reflection: Second Light nicht der Fall sein. Spieler werden mit englischen Texten und japanischer Synchronisation vorliebnehmen müssen. Das soll jedoch nicht abschrecken. Die gebotene Sprache bewegt sich keinesfalls auf anspruchsvollem Niveau. Daneben soll das Charakterdesign von Mel Kishida Erwähnung finden, welches zweifelsohne unter Same-Face-Syndrome leidet und die Charaktere deshalb sehr puppenhaft auftreten lässt. Es ist nichts, womit man sich nicht nach kurzer Zeit arrangieren könnte, aber dennoch nennenswert. Das Beste habe ich mir allerdings zum Schluss aufgehoben: Die Musik von Blue Reflection: Second Light ist traumhaft schön, selbst in ihren düsteren Momenten. Falls euch das neugierig macht, könnt ihr selbst einmal hier probehören.

Unsere Prognose

Meinung von Daniel Kania

Blue Reflection: Second Light macht bislang eine super Figur. Als jemand, der bis zur Ankündigung kaum etwas von der Blue Reflection-Serie gehört hat, bin ich fasziniert von der Geschichte und den magischen Orten, die Gust für dieses Abenteuer entworfen hat. Das Kampfsystem hat mehr Pepp, als ich ihm zugetraut habe, und geht gut von der Hand. Ich begrüße es sehr, wenn man sich traut, von der klassischen Rollenspielformel abzuweichen. Das gelingt hier dank clever integrierter Echtzeit-Elemente äußerst gut. Ob dies auch langfristig begeistern kann, muss jedoch abgewartet werden. Gleiches gilt für den Alltagstrott in der Akademie, der mit leichter, Slice-of-Life-ähnlicher Kost locken will. Tendenziell zeige ich mich aber optimistisch und freue mich tatsächlich sehr, mich wieder ins Spiel zu stürzen und den Geheimnissen dieser mysteriösen Welt nachzugehen. Ihr könnt selbst Hand anlegen, wenn das Spiel am 9. November unter anderem für die Nintendo Switch erscheint.
Mein persönliches Highlight: Der außergewöhnliche Mix aus Wohlfühl-Melodien und unheimlichen, futuristischen Klängen kommt unerwartet – und sorgt für eine einzigartige Atmosphäre.

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