Sammelt euch um mich, meine Schäfchen

Der Glaube versetzt Berge und nicht zuletzt Terry Pratchett hat bereits in seinem Buch „Einfach Göttlich“ passend festgestellt, dass so ein Gott ohne Anhänger nicht viel wert ist. Das müssen sich auch die vier Bischöfe der alten Gottheiten denken, als sie euch in Richtung Schafott schicken. Was das mit dem Titel Cult of the Lamb vom Entwickler Massive Monster und dem Publisher Devolver Digital zu tun hat, das wollen wir euch in dieser kurzen Vorschau näherbringen. Im Rahmen der heutigen Präsentation von Devolver Digital während des Game Summer Fests wurde nämlich eine Demoversion für den PC veröffentlicht, die wir uns näher angeschaut haben.


Da grinst unser Lämmchen noch verschmitzt, aber gleich geht es unserem Widersacher an den Kragen.

© Devolver Digital

Die Demoversion beginnt gleich so, wie man es eigentlich gar nicht gerne erleben möchte. Eure Spielfigur, ein kleines Lämmchen, wird, nur in Lumpen gehüllt, zum Scharfrichter geschickt. Und so müsst ihr euren Charakter als erstes langsam in seinen sicheren Tod geleiten, denn anscheinend seid ihr das letzte eurer Art und euer Tod soll dafür sorgen, dass eine uralte Prophezeiung niemals in Erfüllung gehen kann. Und ohne groß Einfluss darauf nehmen zu können, werdet ihr daraufhin auch enthauptet und eigentlich wäre das Spiel nun auch schon vorbei, wäre da nicht eine dunkle Gottheit. Diese entpuppt sich nämlich als euer Retter, denn im Jenseits bietet sie euch einen Handel an: Ihr dürft leben, dafür müsst ihr dafür sorgen, dass sie wieder zur alten Macht gelangt. Die beiden Auswahlmöglichkeiten, „Ja!“ und „Auf jeden Fall!“, legen bereits nahe, dass die Entwickler eurem kleinen Lämmchen kein friedliches Leben nach dem Tod gönnen und so ersteht ihr von den Toten auf und seid alles andere als wehrlos: Um euch an euren Peinigern zu rächen, verfügt ihr nicht nur über ein Schwert, sondern seid auch deutlich geschickter und macht so kurzen Prozess mit euren Widersachern. Von nun an ist euer Ziel simpel und doch herausfordernd: Gründet einen Kult, der sich heimlich der dunklen Gottheit verschworen hat und deren zentraler Dreh- und Angelpunkt ihr darstellt und vernichtet die vier Bischöfe, um den Einfluss der alten Götter nichtig zu machen.


Bis ihr jedoch so weit seid, benötigt ihr Anhänger. Denn so ein Kult lebt natürlich von willigen Mitgliedern, die sich ganz ihrem Anführer verschreiben und die alte Gottheit, der ihr dient, braucht die Macht der Gläubigen. Denn wie wir wissen, ist so ein Gott ohne Anhänger nichts. Und so zieht ihr im Rahmen der Demo durch zwei Level und rekrutiert dabei euer erstes Kultmitglied, säbelt euch durch unterschiedliche Gegner und vernichtet den Auserwählten eines der alten Götter. Zu Beginn der Demo findet ihr euch in einem Level wieder, der aus mehreren kleinen, einzelnen Gebieten besteht. Diese fallen zumindest zu Anfang noch sehr winzig aus und beherbergen einige Gegner, die es auszuschalten gilt. Dazu steht euch nicht nur euer Schwert zur Verfügung, sondern auch noch Flüche, die quasi die Zaubersprüche in Cult of the Lamb darstellen. In diesem Fall ist das anfangs noch eine Art Feuerball, später lasst ihr Tentakeln aus der Erde brechen – was jedoch Energie kostet, also will der Einsatz wohl überlegt sein. Der Nahkampf läuft dabei ganz Action-RPG-typisch ab und erinnerte mich von seiner Geschwindigkeit angenehm an den Titel Hades. Denn ihr müsst nicht nur Schläge austeilen, sondern auch schnell den gegnerischen Angriffen ausweichen, was bereits früh eine Herausforderung darstellte. Sind dann alle Gegner eines Gebiets besiegt, erscheint eine Truhe, die in meinem Falle nur ein paar Goldmünzen oder auch mal ein einzelnes Herz ausspuckte. Letzteres war jedoch selten und eine sonstige Möglichkeit zum Heilen gab es nicht, ich kann mir also gut vorstellen, dass man später gut auf seine Gesundheit achten muss, wenn man nicht schnell das Zeitliche segnen will. Daraufhin könnt ihr in das nächste Gebiet vorrücken, bis ihr irgendwann am Ende des Levels gelangt, wo im Falle des Demo-Levels der erste Anhänger darauf wartet, von euch befreit zu werden.


Ohne Anhänger geht nichts. Dieser hier wird zum Holzhacken abkommandiert.

© Devolver Digital

Die Unterstützung der verbündeten Gläubigen habt ihr auch bitter nötig. Denn bereits kurz nach eurer Wiedererweckung trefft ihr auf einen ehemaligen Gesandten eurer Gottheit, der euch als Berater dient und euch auch auf das Gelände eures zukünftigen Kults führt. Mit eurem ersten Mitglied in Petto habt ihr hier noch nicht allzu viel Interaktionsmöglichkeiten. Nachdem ihr ihn per Initialisierungsritus aufgenommen habt, könnt ihr das Äußere des Kultisten anpassen und ihm einen Auftrag geben – in diesem Fall lasst ihr ihn entweder Bäume fällen oder Steine klopfen, was euch beides Ressourcen einbringt. Diese braucht ihr wiederum, um euer Dorf mit der Zeit zu erweitern. Zudem verfügt auch noch jedes Kultmitglied über spezielle Eigenschaften, wie zum Beispiel Faulheit oder blinden Gehorsam, die sich allesamt auf seine Effizienz auswirken. Als Kultführer könnt ihr jedoch nicht nur den lieben langen Tag herumkommandieren, sondern müsst euch auch um das leibliche Wohl eurer Anhänger kümmern. Sind diese nämlich hungrig oder, noch schlimmer, am Verhungern, wird dies negative Auswirkungen für euch haben. Mit Hinblick auf das fertige Spiel ergibt sich so neben den Kämpfen eine zweite Spielkomponente, die mit dem Ausbau eures Kultistendorfs und dem Verwalten eurer Mitglieder eine gewisse Abwechslung mit sich bringen dürften. Wie tiefgehend diese Mechaniken aber letztendlich sein werden, lässt sich anhand der Demo nicht abschätzen.


Zum Schluss bleibt mir nur noch etwas zur Optik des Spiels zu sagen. Cult of the Lamb kommt mit einem sehr süßen und knuddeligen Look daher, der jedoch ziemlich trügt. Das Spiel ist recht brutal, Blut spritzt und aus den Trailern ließ sich bereits entnehmen, dass auch die Schattenseiten eines Kults zum Tragen kommen – inklusive dem Entsorgen von Andersgläubigen oder denen, die eure Reihen verlassen wollen. Dass ihr dazu in die Rolle eines kleinen Lämmchens schlüpft, das zum blutigen Werkzeug einer dunklen Gottheit mutiert und dabei stets freundlich lächelt, wenn es mit seinen Anhängern interagiert, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Mir persönlich hat der Look sehr gut gefallen und ich bin bereits gespannt, wie sich die fertige Version des Spiels anfühlen wird – am 11. August werden wir mehr erfahren.

Unsere Prognose

Meinung von Florian McHugh

Auch wenn die Demo zu Cult of the Lamb nur sehr kurz ausgefallen ist, konnte sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die süße Optik gepaart mit der teils wirklichen dunklen Thematik rund um einen Kult und der Gewalt ist eine Kombination, die mir persönlich sehr gefallen hat. Die Kampfmechaniken haben mich angenehm an Titel wie Hades erinnert und wenn das Verwalten und der Aufbau des eigenen Kults auch noch eine größere Rolle einnehmen sollte, dann steht uns hier ein sehr interessanter Titel bevor.
Mein persönliches Highlight: Die Optik und das schnelle Kampf-Gameplay.

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 2