Vorschau zu Palia - Nintendo Switch
Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
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13. August 2023 um 09:00 - Kerstin Steiner
Wer sich ein bisschen mit verschiedenen Lebenssimulationen wie Animal Crossing: New Horizons oder Stardew Valley beschäftigt, der wird vor allem in den sozialen Medien nicht um den Entwicklungsprozess von Palia herumgekommen sein. Das Entwicklungsstudio Singularity 6 hat Palia vor rund zwei Jahren in einem offiziellen Reveal-Trailer vorgestellt, doch es sollte daraufhin noch ein bisschen dauern, bis sich Spielerinnen und Spieler in die kunterbunte und magische Welt stürzen durften. Im laufenden August startete schließlich die Open-Beta-Phase für den PC. Ich konnte mich deshalb nun bereits in die wundervolle Welt stürzen, um mich genauer umzusehen.
In den meisten Genre-Vertretern kommt man an einen neuen Ort oder auf eine Insel, bekommt eine Unterkunft zugeteilt und freundet sich mit den Bewohnern des naheliegenden Dorfes an. In Palia ist das Prinzip zwar grundsätzlich ähnlich, jedoch kommt ihr weder mit einem Boot noch einem Bus in der neuen Welt an, sondern manifestiert euch aus heiterem Himmel in den mystischen Ruinen von Palia und fallt der Forscherin Jina und ihrem Roboter-ähnlichen Gehilfen Hekla in die Arme. Direkt am Anfang wird impliziert, dass ihr nicht die Einzigen seid, die es so nach Palia verschlagen hat. Und kurz darauf werden schnell andere Spielerinnen und Spieler um euch herumwuseln, denn bei dem Spiel handelt es sich um ein MMORPG. Dazu später noch etwas mehr.
Genre-typisch bekommt ihr auch hier eine Unterkunft zugeteilt, die es zu pflegen gilt. Was am Anfang noch ein einfaches Zelt ist, wird schon bald zu einem riesigen Haus, das ihr selbst erweitern und dekorieren könnt. Generell habt ihr viel Platz, um euer Grundstück zu erweitern, zu gärtnern und um Dekoration zu platzieren. Euer Land ist übrigens von allem anderen abgegrenzt, sodass ihr selbst bestimmen könnt, ob ihr dort alleine verweilen möchtet oder ob Freunde auch ohne Anmeldung bei euch vorbei kommen können. Hier habt ihr auch Platz zum Angeln, zum Anbauen von Feldfrüchten und zum Herstellen verschiedener Rohstoffe. Zuerst muss euer Boden aber von Büschen und Steinen befreit werden. Und dann fehlt da auch noch das liebe Geld, um euren Palast bauen zu können.
Wie ein aus einem anderen Spiel bekannter Tanuki wollen euch auch hier die ansässigen Bewohner zwar helfen, doch in Palia ist nichts umsonst. Das merkt ihr spätestens, wenn ihr einen Schritt in das angrenzende Dorf setzt, wo es ein Möbelgeschäft, einen Gemischtwarenladen, eine Schmiede, eine Bibliothek und viele weitere Geschäfte gibt. Was direkt auffällt, ist, dass ihr zu jeder Tageszeit die Läden nutzen könnt und nicht auf die Inhaber warten müsst. Dafür steht nämlich eine Kasse in jedem Geschäft, die beim Anklicken ein Fenster öffnet, durch welches ihr dann die entsprechenden Waren kaufen könnt. So kommt ihr an verschiedene Rohstoffe, an Möbel für euer Haus, an Anleitungen, damit ihr Dinge selbst herstellen könnt und vieles mehr. Die Auswahl ist groß und schnell wird dadurch eine Sammelleidenschaft erweckt, die solche Spiele nun mal mit sich bringen.
Geld bekommt ihr durch das Verkaufen von Gegenständen. Hierfür stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, denn bereits früh bekommt ihr das komplette Set an Werkzeugen, die ihr für euren Alltag braucht. Spitzhacke, Gießkanne, Axt, Bogen und Angel habt ihr immer mit dabei (und nehmen keinen Platz im Inventar weg!), weswegen ihr fröhlich durch die Gebiete ziehen könnt. Es gibt zudem Wege und Möglichkeiten, euer Werkzeug im späteren Spielverlauf zu verbessern und je mehr ihr die verschiedenen Tätigkeiten ausübt, desto besser werden eure Fähigkeiten. Es geht euch auch nie die Puste aus, denn auf einen Energiebalken oder ähnliches wurde komplett verzichten. Halleluja! Einen Kescher sucht man jedoch vergeblich, denn Insekten müssen mit selbstgebauten Rauchbomben betäubt und eingesammelt werden. Auch Pfeile könnt ihr selbst produzieren und weitere Anleitungen bieten euch Zugang zu besseren Pfeilspitzen.
Ihr könnt alles, was ihr findet, verkaufen und euch dadurch beispielsweise erst einmal ein finanzielles Polster anlegen. Fische, Fleisch, Fell, Insekten, Pflanzen, Erze, Holz und andere Schätze, die euch in die Hände fallen, lassen sich zu Geld machen. Verkaufen könnt ihr vor allem über eine Sammelkiste auf eurem Grundstück. Manche Charaktere kaufen euch auch Dinge ab, jedoch ist es am einfachsten, die Kiste zu nutzen. Da habt ihr allerdings das Geld nicht direkt zur Verfügung, denn auch Palia hat seinen eigenen Tag- und Nachtzyklus. Der passt sich jedoch nicht an den realen Zyklus an und wenn ihr nur wenige Stunden spielt, dann kommt ihr bereits in den Genuss aller Tageszeiten. Außerdem verändert sich das Wetter, sodass ihr mit Regen, Schnee oder Stürmen rechnen müsst. Das alles bedeutet auch, dass ihr bestimmte Insekten oder Fische nur zu bestimmten Tageszeiten fangen könnt.
Darüber hinaus hält Palia eine richtige Story bereit. Diesem Hauptstrang könnt ihr beim Spielen wahlweise folgen oder aber eine Zeit lang erst einmal ignorieren. Generell ist das Spiel darauf ausgelegt, dass Spielerinnen und Spieler auch dann eine tolle Zeit haben, wenn sie nicht oft oder sehr gemütlich spielen möchten. So könnt ihr euch auch erst nach und nach um Freundschaften mit den anderen Bewohner kümmern. Die Bindungen werden enger, indem ihr täglich mit ihnen redet und ihnen Geschenke macht. Ihr könnt auch nachfragen, über was sie sich gerade am liebsten freuen würden, sodass ihr nicht wild drauf los raten müsst. Zudem ist es möglich, eine Romanze mit einem NPC einzugehen!
Doch wie sieht es nun mit dem Multiplayer aus? Das Zusammenspielen mit anderen gewährt euch verschiedene Boni, auch wenn ihr lieber alleine spielen möchtet. So bekommen alle, die zum Beispiel einen großen Baum fällen, die gleiche Belohnung. Der Baum lässt sich durch die Zusammenarbeit aber zudem viel leichter und schneller fällen. Auch Pflanzen können anderen nicht vor der Nase weggeschnappt werden, denn für jeden Einzelnen ist sie zugänglich. Man merkt schnell, dass hier sehr darauf geachtet wurde, dass andere Spielerinnen oder Spieler nicht störend, sondern als hilfreich empfunden werden. Wenn ihr mit Freunden zusammenspielt, macht das Ganze direkt mehr Spaß und ihr könnt euch auch gegenseitig besuchen. Bei euren Häusern könnt ihr im Menü einstellen, wer Zutritt zu eurem Haus hat und wenn ihr jemandem genug vertraut, könnt ihr sogar ein Haus zusammen gestalten.
Palia ist als ein Free-to-play-Spiel konzipiert, sodass jeder einfach einsteigen kann und eine Menge geboten bekommt. Es gibt zwar auch einen Ingame-Shop, doch das Entwicklungsstudio verspricht, dass dort nur kosmetische Gegenstände zu finden sein werden. Das kann ich derzeit bestätigen und hoffe, dass es auch dabei bleibt. Grafisch ist Palia schön anzusehen und es gibt überall etwas zu entdecken. Die Liebe zum Detail ist großartig. Die Performance ist bisher super, auch wenn es sich noch um eine Beta handelt und noch diverse Fehler auftreten können. Bei mir schwebte mal mein ganzer Hausstand in der Luft herum, als ich von meinem Zelt ins Haus umziehen wollte. Musikalisch wird das Spiel perfekt untermalt und auch wenn die Charaktere nicht voll vertont wurden, haben sie alle eine eigene Persönlichkeit. Einzig bei den Übersetzungen ins Deutsche hapert es noch, denn noch findet man einen fröhlichen Mischmasch aus englischen und deutschen Texten und Bezeichnungen. Das sollte aber spätestens zum Release der Vergangenheit angehören.