Vorschau zu Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition - Nintendo Switch
Das grandiose Wii U-Abenteuer von Monolith Soft kehrt zurück
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19. Februar 2025 um 15:00 - Niels Uphaus
Hätte mir jemand im Oktober 2016, als die Nintendo Switch das erste Mal präsentiert wurde, gesagt, dass die gesamte Xenoblade-Reihe auf dieser Konsole erscheinen würde, hätte ich die Person wohl ausgelacht. Zur Erinnerung: Zu diesem Zeitpunkt gab es lediglich Xenoblade Chronicles, welches in Nordamerika stiefmütterlich behandelt wurde, den New Nintendo 3DS-Port und Xenoblade Chronicles X. Nun, im Jahr 2025, haben wir nicht nur eine vollständige Trilogie, sondern erhalten in gut einem Monat auch den lang erwarteten Port des Wii U-Spiels. In dieser Vorschau werde ich euch alle Neuerungen beziehungsweise Veränderungen auflisten; im bald folgenden Test werdet ihr eine ausführliche Analyse erhalten.
In New Los Angeles könnt ihr auch Gespräche von Bewohnern aufschnappen, ohne euch direkt mit ihnen zu unterhalten
© Nintendo / Monolith Soft
Doch was ist denn nun neu? Nach dem Erstellen eures Avatars (dazu komme ich später noch) werdet ihr zunächst keinerlei Unterschiede bei Story und Gameplay bemerken. Wieder einmal könnt ihr riesige Kontinente erkunden und im bekannten Action-Kampfsystem Monster bezwingen. Im Vergleich zu den anderen Xenoblade-Titeln auf der Nintendo Switch gibt es in X jedoch keine Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad zu senken.
Eine große Gameplay-Änderung erwartet euch beim ersten Aufeinandertreffen mit der feindlichen Alienrasse der Prone, welches das neue Feature der Sofortaufladung freischaltet. Dabei handelt es sich um eine Fähigkeit, die durch einen Balken visualisiert und automatisch zu Beginn eines jeden Kampfes aufgeladen wird. Zur Erinnerung: Techniken, also die besonderen Angriffe, haben Cooldownphasen, nachdem sie das erste Mal eingesetzt wurden. In X können sie zudem ein zweites Mal aufgeladen werden, um noch effektiver zu sein. Das Problem: Manchmal wollt ihr eine Technik verwenden, die noch nicht wieder einsatzbereit ist. Hier kommt die Schnellaufladung ins Spiel. Mit dem Y-Knopf könnt ihr die Spezialtechnik dennoch direkt einsetzen, dafür leert sich die entsprechende Leiste etwas. Ist die Technik bereits einmal aufgeladen, könnt ihr die Funktion auch nutzen, um dies sofort ein zweites Mal zu tun. Erstaunlich ist, dass der Einsatz der Sofortaufladung weniger Energie benötigt, als man es bei der Nützlichkeit der Funktion erwarten würde. Während des Kampfes füllt sich die Leiste jedoch regulär nicht mehr auf.
Eines der wichtigsten Elemente von Xenoblade Chronicles X und auch der Definitive Edition ist das Erkunden des Planeten Mira, auf dem ihr Orte entdeckt, Sonden platziert, Tyrannen bezwingt oder Objekte analysiert. Dieses Mal gibt es jedoch auch sogenannte Erforschungsbelohnungen. In 5 %-Schritten erhaltet ihr beim Aufdecken der Weltkarte Belohnungen in Form von Credits, Sonden, Materialtickets oder Energieclips. Bei Letzteren handelt es sich um neue Items, die die Sofortaufladungsleiste verlängern und somit besonders wertvoll sind.
Neben Elma, Lyn und euch selbst trefft ihr auch auf andere BLADE-Soldaten, mit denen ihr Missionen bestreitet
© Nintendo / Monolith Soft
Erinnert ihr euch noch an die BLADE-Level? Nach dem Abschließen von Missionen und anderen Aktivitäten konntet ihr diesen Rang steigern und beispielsweise drei verschiedene Arten von „Wissen“ erhöhen, um weitere Gegenstände zu analysieren. Diese Mechanik fällt in der Definitive Edition komplett weg. Stattdessen gibt es nun anscheinend zwei Level: Standard und Profi. Das bedeutet, dass ihr dieses Mal so gut wie jeden Gegenstand sofort analysieren und jede Sonde platzieren könnt. Vereinzelt gibt es jedoch auch Objekte, mit denen man nicht von Beginn an interagieren kann. Ich gehe also davon aus, dass es auch weiterhin die Option gibt, sein Wissen zumindest einmalig zu erhöhen. Warum Monolith Soft das BLADE-Level-System überhaupt entfernt hat, ist mir schleierhaft.
Als Xenoblade-Experte fallen mir natürlich auch kleinste Details auf. Und so habe ich bereits eine Handvoll NPCs gefunden, die im Original nicht vorhanden waren. Dabei handelte es sich um BLADE-Mitglieder, Zivilisten oder auch Nopon. Zum Zeitpunkt dieser Preview hatten sie jedoch noch keine Nebenquests im Angebot oder beeinflussten auf andere Art und Weise die Geschichte. Dies wird wahrscheinlich erst bei den neuen Inhalten der Fall sein, die ich im Moment allerdings bislang nicht entdeckt habe. Die Sondermissionen, die im westlichen Original erst nach dem Abspann freigeschaltet wurden, sind jetzt direkt nach Abschluss des dritten Kapitels verfügbar. Mit diesen könnt ihr Erfahrungspunkte, Harmonie und andere nützliche Werte schneller erhöhen. Mit dem Mira-Archiv lassen sich zudem Details zur Story, den Charakteren und mehr jederzeit ansehen. Eine andere Änderung fällt im Charakter-Editor auf. Die neuen Beispieldesigns sind im Vergleich zum Original vollkommen verändert. Manche Inhalte, wie spezielle Frisuren, wurden entfernt (darunter auch die, die mein Avatar im Original verwendet hat). Die neuen Designs erinnern an vorherige Helden der Serie. Die Frisuren von Pyra und Mythra aus Xenoblade Chronicles 2 haben sogar den Kopfschmuck der Aegis. Zusätzliche Stimmen für die Avatare wurden übrigens nicht hinzugefügt. Damit hat die japanische Sprachausgabe auch weiterhin mehr Stimmen als die englische Synchronisation.
Wie sieht es eigentlich mit den Features des Touchscreens des Wii U-Gamepads aus? Die wichtigste Funktion, das FrontierNav, lässt sich mit dem Y-Knopf öffnen. Dort könnt ihr auch weiterhin die Karte anschauen, Sonden platzieren und Missionsziele anzeigen lassen. Dieses Mal werden euch auch Sammelitems markiert, die ihr für Quests benötigt, so dass ihr nicht mehr ziellos durch Mira reisen müsst. Bei der Größe der Welt ist dies mehr als praktisch. Auch der Kugelflitzer, der euch die Route zu eurem nächsten Ziel zeigt, wurde verbessert. In der Definitive Edition bleibt ein leuchtender Pfad sichtbar, dem ihr ganz einfach folgen könnt.
Die Sofortaufladung macht das Kampfsystem noch dynamischer und ist eine gelungene Neuerung
© Nintendo / Monolith Soft
Xenoblade Chronicles X: Definitive Edition bietet neben einer Autospeicherfunktion auch drei manuelle Spielstände, die ihr verwenden könnt. Im Original gab es lediglich einen Speicherslot. Wolltet ihr also das Abenteuer von vorn beginnen, musstet ihr entweder einen neuen Account erstellen oder euren alten Spielstand löschen. Xenoblade Chronicles X war zudem bekannt dafür, dass die Musik in den Zwischensequenzen oft zu laut war und man Gespräche nicht richtig verstehen konnte. Dieses Mal könnt ihr in den Einstellungen selbst entscheiden, wie laut welcher Aspekt des Spiels sein soll. Die Standardeinstellungen würde ich euch jedenfalls nicht empfehlen.
Grafisch sieht das Remaster auf der Nintendo Switch stark aus. Besonders im Handheldmodus blüht der Titel regelrecht auf, da das Gameplay dieses Mal genauso scharf wie im TV-Modus ist. Xenoblade Chronicles 2 hatte Probleme im Handheldmodus, die auch in Teil 3 nie vollständig behoben wurden. Zudem sind die Ladezeiten extrem schnell. Startet ihr den Titel, befindet ihr euch in wenigen Augenblicken auf dem Startbildschirm. Auch andere visuelle Elemente, wie die Charaktermodelle und die Farbsättigung des bisher eher dunklen Spiels, wurden drastisch verbessert. Nie sah Mira besser aus. Nicht alles wurde jedoch verbessert: Gerade die regulären Textboxen sind immer noch sehr klein und die Buchstaben werden sogar noch zusätzlich gequetscht, wenn das Gesagte zu lang ist. Das ist sehr bitter, da man das Problem einfach lösen könnte, indem man die Boxen vergrößert. Dafür sind immerhin die Untertitel in den Zwischensequenzen und die Kampfmenüs deutlich lesbarer. Erstmals bietet die westliche Edition auch die japanische Sprachausgabe – ein Feature, das viele beim Original schmerzlich vermisst haben.