Vorschau zu Story of Seasons: Grand Bazaar - Nintendo Switch
Der Großbasar feiert sein Comeback mit sinnvollen Neuerungen und klassischem Charme
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31. März 2025 um 15:00 - Michael Barg
Mit Story of Seasons: A Wonderful Life erschien vor rund zwei Jahren das vorerst letzte Abenteuer der Reihe. Hierbei handelte es sich um ein Remake des gleichnamigen Nintendo GameCube-Titels aus 2003. Nun steht die nächste Neuauflage der Reihe in den Startlöchern. Dieses Mal verschlägt es uns allerdings auf den Nintendo DS, genauer gesagt auf den Großbasar, welcher erstmalig im Jahre 2008 Kundinnen und Kunden empfang. Mit Story of Seasons: Grand Bazaar soll Ende August „Der Großbasar“ erneut eröffnen, jedoch mit frischen Änderungen und Quality-of-Life-Anpassungen, die in vorherigen Neuauflagen der Reihe ausblieben. Um einen ersten Einblick auf das kommende Story of Seasons-Remake zu erhaschen, hat uns der Publisher Marvelous Europe dankenswerterweise in die französische Hauptstadt eingeladen. In Paris angekommen ging unsere entspannte Farming-Arbeit auch schon los. Ob wir uns auf die große Neueröffnung des Basars im Sommer freuen dürfen oder uns doch lieber anderen Cozy-Games widmen sollten, erfahrt ihr in dieser Vorschau.
Wenn ihr diese Preview lest, seid ihr vermutlich große Cozy-Games-Fans oder zumindest ein wenig mit der Story of Seasons-Reihe vertraut. Ursprünglich im Jahr 2008 noch unter dem Harvest Moon-Label erschienen, stellt Der Großbasar ein ziemlich klassisches Farming-Abenteuer dar. Nachdem ihr euch im diesmal ziemlich umfangreichen Charakter-Editor ausgetobt habt, werdet ihr in der neuen Stadt „Zephyr Town“ (bzw. Brisendorf im Deutschen) auch schon vom enthusiastischen Bürgermeister empfangen, der euch, wie in der Reihe üblich, flott alle Gegebenheiten eurer neuen Farm erklärt. Da Story of Seasons erst im Laufe der Zeit so richtig Fahrt aufnimmt, durften wir neben der Einführung noch einen fortgeschrittenen Spielstand ausprobieren – hier konnten wir bereits eine Kuh begrüßen und der täglichen Feldarbeit nachgehen. Die Tiere werden gestriegelt, geputzt und gemolken, um mit der gewonnen Milch Geld zu verdienen. Wie der Moderator der Präsentation in Paris sagte: In Story of Seasons: Der Großbasar wird vollständig auf Kapitalismus gesetzt und all eure Handlungen drehen sich darum, schnell das große Geld zu machen. Das ist für Fans der Reihe natürlich nichts Neues. Um diesen Prozess aber etwas moderner zu gestalten und zu beschleunigen, gibt es kleine Quality-of-Life-Anpassungen. Während ihr in anderen Teilen nur durch die Gegend laufen könnt, kann euer Bauer oder eure Bäuerin im aktuellen Remake über die Felder hopsen und gleiten – dabei können sie besondere Fähigkeiten der Werkzeuge ausführen. Beispielsweise ist es nun möglich, während eines Sprungs gleich mehrere Felder zu bewässern. Diese Neuerung hält nicht nur den Gameplay-Loop auf Trab, sondern beschleunigt auch generell euren Alltag und nimmt der Reihe etwas die Monotonie – eine Änderung also, die wir sehr begrüßen!
Euer geerntetes Gemüse, Obst und die tierischen Produkte könnt ihr nachträglich in der Mühle eurer Farm verarbeiten. Ja, richtig gelesen: Vorbei sind die Zeiten mit dedizierten Weiterverarbeitungsfabriken, wie es in anderen Ablegern der Fall ist. In Der Großbasar gibt es nur noch eine Anlaufstelle, die sich um alles kümmert: die Mühle. Konntet ihr eure ganzen Rohstoffe in der Mühle weiterverarbeiten, packt ihr eure sieben Sachen und wandert am Samstag einer jeden Woche auf den Basar und versucht, eure Produkte an den Mann zu bringen. Während ihr am Anfang noch einen recht schlichten Verkaufsstand betreut, kommen auch hier im Laufe des Spiels interessante Neuerungen hinzu. Euer kleiner Verkaufsladen wächst nicht nur und kann bald mehrere Produkte zum Verkauf anbieten, sondern auch mit kleinen Schildern, Lampen und anderen Deko-Gegenständen die Verkaufskonditionen einiger Produkte „verstärken“. Ein Verkaufsschild beispielsweise zieht vor allem Käuferinnen und Käufer an, die an Insekten interessiert sind – und gerne auch mal ein paar Taler zu viel bei euch lassen. Je nachdem, was ihr also gerne zum Verkauf anbietet, solltet ihr euren Verkaufsstand anpassen, um die besten Bedingungen zu schaffen – schließlich möchtet ihr ja möglichst viel Geld verdienen. Der Verkauf als solches wird als kleines Minispiel dargestellt, das an alte Browsergames erinnert. Mit einer Glocke zieht ihr Kundschaft an, müsst die Verkäufe bestätigen und freigewordene Plätze auf eurem Tresen wieder strategisch auffüllen. Hier wird es gerne schnell brenzlig, was aber eine angenehme Abwechslung zum Farming-Alltag darstellt. Zusammen mit der koordinatorischen Tiefe der Gestaltung eures Verkaufsstandes finden wir die Basar-Funktion wirklich nett und aufregend gestaltet. Bemühungen und gut durchdachte Taktik werden hier nämlich belohnt.
Beim Basar hört das Story of Seasons-Remake aber noch nicht auf. Wie in der Reihe üblich, kehren auch in Der Großbasar die Social-Sim-Elemente zurück und neben einer großen Farm ist die Familiengründung ein erstrebenswertes Ziel. Dazu beschenkt ihr eure Liebsten, redet mit ihnen und heiratet sie im Idealfall. In alten Ablegern musstet ihr allerdings alle Charaktere manuell ansprechen und euch das Geschwafel anhören – eine neu eingeführte „Winken“-Funktion erspart euch diesen Schritt und gestaltet auch hier euren Alltag etwas angenehmer. Mit euren Dates könnt ihr nach wie vor nette Gespräche führen; diesmal sind diese sogar vollständig vertont. Dabei ist es auch egal, ob ihr mit Männern oder Frauen eine Romanze aufbauen wollt – Der Großbasar setzt hier keine Grenzen.
Die potenziellen Dates könnt ihr nicht nur mit euren geernteten Früchten oder Pflanzen beschenken, auch die altbekannte Küche und die damit einhergehende Kochfunktion kehren zurück. Möchtet ihr bestimmte Produkte eher nicht verkaufen, sondern wiederverwerten, habt ihr die Möglichkeit, gleich 260 Gerichte zu kochen und ebenfalls an eure Liebsten zu verschenken. Die Gerichte werden aber wie gewohnt nicht nur mit geernteten Produkten eurer Felder zubereitet, sondern auch mit Zutaten aus der gesamten Welt. In Story of Seasons: Der Großbasar solltet ihr also die Augen offenhalten und die ein oder andere Zutat beim Erkunden mitnehmen. Sprecht auch gerne eher uninteressante Charaktere an – sie könnten immer eine Überraschung für euch bereithalten.
Story of Seaons: Der Großbasar sieht zudem echt hübsch aus, erinnert allerdings an alte Remakes. Hier gilt eher die Devise „More of the Same“. Trotzdem möchten wir die Vertonung der vielen Charaktere hervorheben, die dem Basar sehr viel mehr Leben einhauchen als noch vor 17 Jahren. Auch die ganzen Quality-of-Life-Anpassungen, die den alten Remakes fehlen, machen den Arbeitsalltag angenehmer. Neue Romantik-Charaktere sind ebenfalls nett und ermöglichen alten Harvest Moon-Hasen, die das Spiel aus 2008 ohnehin in- und auswendig kennen, neue Handlungsstränge. Minispiele und verschiedene Events lockern das Spielgeschehen auf und jeder Tag könnte neue Überraschungen bringen. Die Demo-Version auf dem PC sah mit Full-HD echt schick und farbenfroh aus und auch technisch lief sie einwandfrei. Glücklicherweise wurde auch eine Nintendo Switch-Version gezeigt, die wir kurz anspielen durften: Wie erwartet wird für den Hybriden die Auflösung und Bildrate ordentlich runtergeschraubt; unsere müden Augen haben allerdings eine Auflösung von 720p bei 30 Bildern pro Sekunde erkannt. Es kann vermutlich in manchen Gegebenheiten zu Frame-Einbrüchen kommen – bei unserer Anspielsession machte die Version jedoch eine sehr gute Figur. Lediglich die Input-Lags, die bei solchen Nintendo Switch-Ports an der Tagesordnung stehen, kehren leider zurück. Wir vermuten aber, dass sich die Spielerinnen und Spieler schnell daran gewöhnen. Bleiben wir also gespannt, wie sich diese Version bis zum Release-Tag entwickelt hat.