Vorschau zu Mario Tennis Fever - Nintendo Switch 2
Ein überraschend anderes Spielgefühl
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3. Februar 2026 um 15:00 - Daniel Kania
Als Mario Tennis Fever, der neueste Teil in der langjährigen Sportspielreihe von Nintendo und Camelot, letzten September für die Nintendo Switch 2 vorgestellt wurde, konnte die Ankündigung einigen Fans nur ein müdes Lächeln entlocken. Da die Reihe nicht immer durch Innovation oder Kreativität glänzte, ist das nur allzu verständlich. Mich stimmte die Enthüllung jedoch deutlich hoffnungsvoller und das liegt in erster Linie am in meinen Augen gelungenen Vorgänger, dem 2018 für die Nintendo Switch veröffentlichten Mario Tennis Aces.
Sicherlich wären der Story-Modus und die Optik des Spiels ausbaufähig gewesen, doch was mich wirklich gepackt und mir viele spaßige Stunden mit Freunden beschert hat, war das stramme, durchdachte Gameplay. Das Energiemanagement brachte eine noch nie dagewesene strategische Würze hinein und die Spezialschläge hielten das Tempo hoch, sodass es auf dem Court immer aufregende Action gab. Vor diesem Hintergrund war ich freudig gespannt darauf, wie der nächste Serienteil darauf aufbauen würde und ob es mich wieder genauso begeistern könnte.
Freundlicherweise durfte ich mir davon zuletzt einen vorläufigen Eindruck machen, als uns Nintendo für ein Preview-Event in die europäische Zentrale einlud. Hier bekamen wir die Gelegenheit, ein paar Runden auf dem Court zu schwingen und uns mit den völlig neuen Fever-Schlägern vertraut zu machen. Habt ihr während einer Partie genug Energie gesammelt, könnt ihr so einen Fever-Schlag auslösen, der je nach gewähltem Schläger einen anderen Effekt bewirkt. Manche kreieren Hindernisse für eure Gegner, andere helfen euch, den Ball im Spiel zu halten.
Obwohl die Mechanik visuell erst einmal an die Spezialschläge aus Aces erinnert, lässt sie sich doch merklich anders durchführen. Wenn euer Charakter zum Schmetterschlag ansetzt, könnt ihr nicht mehr genau zielen, wohin ihr schlagen möchtet, sondern die Kamera verharrt in Position und ihr gebt mit dem Stick lediglich eine grobe Richtung an. Die Änderung erfolgte vermutlich aus Balancing-Gründen, denn ohne eine Zeitlupenfunktion wie in Aces wäre es so gut wie unmöglich gewesen, präzise ausgerichtete Schläge zu kontern.
Und darin liegt auch der Clou der Fever-Schläge: Reagiert ihr schnell genug und schafft es, den Schlag eures Gegners zu parieren, bevor er euer Spielfeld berührt, schickt ihr seinen Effekt direkt zum Absender zurück. Doch Vorsicht: Der Gegner kann euren Konter genauso wieder zurückkontern und das immer so weiter, bis der Ball am Boden aufkommt. Ihr könntet sogar mit eurem eigenen Fever-Schlag antworten, wobei ich mir noch unsicher bin, ob die Effekte sich stapeln können. So oder so sorgt das für jede Menge Spannung im Match.
Noch wilder geht es auf speziellen Courts, wie dem auf Super Mario Bros. Wonder basierendem, zu. Die Fever-Effekte scheinen hier deaktiviert zu sein, dafür aber wird der Tennisplatz selbst zum Gimmick. Erwischt ihr beim Ballwechsel die Wunderblume, verwandelt sich die Partie kurzerhand in eines von verschiedenen Wunder-Minispielen, bei denen ihr Wundersamen sammeln und so euren Match-Punktestand erhöhen könnt. Hier sind also andere Strategien als üblich gefragt, was sich als gelungene Abwechslung zu den Standard-Matches herausstellen könnte.
Summa summarum ergibt sich ein Ballabtausch, der deutlich weniger auf technische Raffinesse setzt und viel mehr eine chaotische Partystimmung erzeugt als zuvor. Damit dürfte das Gameplay zwar zugänglicher für Gelegenheitsspieler werden, könnte „Profis“ aber die spielerische Tiefe von Aces vermissen lassen. Zugutehalten lässt sich dem Spiel immerhin, dass es mit 38 Charakteren x 30 Fever-Schlägern viele Kombinationsmöglichkeiten und somit viele Spielstile ermöglicht sowie vollgestopft mit verschiedenen Modi und Spielregeln zu sein scheint.
Obwohl ich anhand meiner Serienerfahrung und den Trailern dachte, das Spiel gut einschätzen zu können, hat mich das Probespielen dann doch ziemlich überrascht. Auch wenn es seinem Vorgänger auf dem ersten Blick ähnlichsieht, merkt man beim Spielgefühl grundlegende Unterschiede – etwa wie sich der Ball verhält oder wie Charakteraktionen von der Hand gehen. Noch kann ich nicht ganz beurteilen, ob die neuen Ideen ein würdiger Ersatz für die ausgeklügelten Systeme von Aces sind, doch eines steht fest: Ich hatte großen Spaß, wenn auch anders als erwartet.