Dog Man – Die Abenteuer des neuen Superhelden in unserer Comic-Rezension Über den Tellerrand

In dieser Rezension probieren wir mal einen anderen Ansatz. Das Buch Dog Man ist nun wirklich nicht für einen erwachsenen Menschen mit über 40 Lenzen konzipiert und erdacht worden. Aus diesem Grund macht es nicht viel Sinn, mich als alleinigen Rezensenten auftreten zu lassen. Zum Glück wohnt in meiner Wohnung auch ein Mensch, der zur Zielgruppe gehört. Das bedeutet, ihr bekommt nicht nur meine Meinung, sondern auch die meines 11-jährigen Sohnes zu lesen, quasi zwei zum Preis von einer. In der folgenden Besprechung sind die Abschnitte von meinem Sohn in kursiver Schrift gehalten, der Rest ist von mir. Viel Spaß!


Helden gibt es in der Literatur schon solange die Menschheit denken kann. Und auch vor dem Buchdruck hat man sich in den Höhlen mit Sicherheit die eine oder andere Heldengeschichte beim Lagerfeuer erzählt, wenn der Säbelzahntiger einen nicht erwischt hatte. Im Comic sind die sogenannten Superhelden-Comics seit gut 80 Jahren ein nicht mehr wegzudenkendes Untergenre der neunten Kunst. Superhelden erscheinen in allen Farben und Formen. Es gibt nur einen Superhelden, den es noch nicht gab, bis heute. Auftritt: Dog Man!


Dog Man kann nicht aus seiner Haut und ist noch immer auch ein Hund. © Adrian Verlag


Dog Man ist wirklich schwer zu beschreiben, er ist halb Hund und halb Mann und volles Chaos. Erfinder Dav Pilkey schöpfte bei der Idee mal wieder aus dem Vollen. Von ihm stammt auch die Idee zu Captain Underpants, der sich bisher nicht nur in Büchern die Unterhosen anzieht, sondern auch als animierter Film sowie als Netflix-Serie die Bildschirme unsicher macht. In die gleiche Kerbe Humor schlägt auch Dog Man, aber lassen wir doch mal meinen Sohn, als Teil der Zielgruppe, zu Wort kommen:


Einige werden sich jetzt fragen, wie Dog Man überhaupt zu Dog Man wurde. Tja, hier kommt die Antwort: Dog Man wurde durch den Kater und Antagonisten Petey überhaupt erst zum sympathischen Polizisten mit Hundekopf, den wir heute kennen. Petey hatte die „Bombenidee“ Polizist Ritter und Greg, dem Hund eine Falle zu stellen. Er versuchte nämlich, sie beide wegzusprengen. Das klappte zwar, aber nicht so ganz, da Polizist Ritter sich beim Versuch, die Bombe zu entschärfen, den Rat von Greg, dem Hund einholte, dabei aber leider vergaß ,das Hunde Farbenblind sind. Als er dann den falschen Draht zerschnitt, ging die Bombe doch noch los. Später im Krankenhaus erhielten Polizist Ritter und Greg, der Hund die bedauerliche Nachricht, dass der Kopf des Polizisten und der Körper des Hundes sterben mussten. Doch durch die Idee der Krankenschwester, die einzelnen Teile der beiden, die überleben würden (Kopf und Körper), zusammenzunähen, entstand unser „hundsglaublicher“ Freund. Dog Man verfügt also über den Körper eines Menschen und den Kopf eines Hundes. Alles in allem wurde Dog Man durch die Kraft von Polizist Ritter und der Intelligenz von Greg, dem Hund zum perfekten Polizisten.


Dog Man, der neue Held der Hunde! © Adrian Verlag


Ihr seht, es geht hoch her und die Prämisse ist sehr skurril. Im ersten Buch erfahren wir nicht nur, wie Dog Man entstand, auch die ersten Polizei-Einsätze können wir gleich mit verfolgen. Mit Petey bekommen wir auch direkt den Antagonisten präsentiert, der uns Leser auch eine Weile begleiten wird. Eine Besonderheit der Dog Man-Comics sind die sogenannten „Flipo-Ramas“, das sind Seiten, auf denen nahezu dieselben Zeichnungen zu sehen sind. Dazu legt ihr das Buch offen auf den Tisch, das Buch ist also flach geöffnet. Nun legt ihr die linke Hand in die Mitte der aufgeschlagenen Seite unten und den Daumen der rechten Hand auf die rechte untere Ecke der rechten aufgeschlagenen Seite. So ähnlich wie im Daumenkino schlagt ihr mit der rechten Hand dann die nächste Seite auf und wechselt wieder zurück zur Ursprungsseite und wiederholt das Ganze ein paar Mal. In den meisten Fällen „springt“ dann das Bild der einen Seite zu der anderen Seite, wenn ihr es schnell genug mit dem Daumen umblättert. Die Erwachsenen kennen das als eine Art Daumenkino. Dennoch eine nette Idee, die die lesenden Kinder kurz aus der Geschichte holt und sie ein wenig verschnaufen lässt, gepaart mit einem quatschigen Bild. Denn alles was in und um Dog Man passiert, soll einfach Spaß machen.


Fazit Emil


Dog Man ist eine Mischung aus Intelligenz und „hundlichkeit“, die ihn sehr charmant und dafür als Hauptfigur den Leser gegenüber sehr offen darstellt. Petey ist zwar der Antagonist, doch sooooo böse ist er eigentlich gar nicht, denn er tut nur so, da er seine eigenen Ziele verfolgen möchte, auch wenn das dem Gesetz widerspricht. Im Prolog des Comics sieht man, wie Dog Man von zwei Kindern gezeichnet wird, daher ist der Zeichenstil zwar ungewöhnlich, doch wer sich erstmal daran gewöhnt hat, der kann sich Dog Man gar nicht mehr ohne vorstellen. Wie schon im vorherigen Satz gesagt, ist das Comic im Großen und Ganzen sehr kindlich gezeichnet und geschrieben, da man in den Sätzen auch mal ein paar durchgestrichene Schreibfehler findet. Alles in allem ist Dog Man (zumindest aus der Sicht eines 11-Jährigen) sehr humor- und liebevoll entworfen und insgesamt ein ziemlich gutes Buch.


Fazit Dennis


Ich habe das Glück, dass ich einen Sohn habe, der viel und gerne liest. Hauptsächlich liest Emil tatsächlich seit ein paar Jahren Comics und hat mittlerweile auch eine stattliche Sammlung, wobei er sich auch an der Bibliothek der Eltern bedienen darf, sofern es sein Interesse findet. Ich kenne also das „Problem“ nicht, dass Jungs im Grundschulalter und darüber hinaus nicht oder nur wenig Lesen. Dennoch kommt diese These ja nicht von ungefähr, weshalb es seit ein paar Jahren immer wieder von findigen Autoren und Illustratoren neue Ansätze gibt, die Kinder wieder für das Medium Buch zu begeistern. Ein prominentes Beispiel sind wahrscheinlich Gregs Tagebücher von Jeff Kinney, in die auch mein Sohn schon reingelesen hat. Dort geht es manchmal auch ziemlich albern und schroff zu, sei es zwischen den Charakteren untereinander oder was die verbale Ausdrucksweise angeht. Aber die Aufmachung ist hier der Knackpunkt. Alles ist sehr frei gezeichnet und geschrieben, die Aufteilung und Gestaltung der einen Buchseite muss mit der nächsten Seite nicht das Geringste gemein haben. Und genau das macht die Lektüre so spannend. Ähnlich versucht das auch Dav Pilkey mit seinen Büchern. Dog Man wird aus der Sicht von zwei Jungs erzählt und gezeichnet, die genau dem Alter der Zielgruppe entsprechen. Das sieht dann sehr ungelenk und schief aus, aber es suggeriert eben Authentizität. Es geht nicht um korrekte Perspektiven in den Zeichnungen oder etablierte Erzählweisen in den Geschichten, alles kann passieren. Das ist auch zugleich die Stärke von Dog Man, jede Seite kann aufs Neue überraschen. Inhaltlich orientiert sich Dog Man ebenfalls an der Zielgruppe. Das ist albern, bunt, wirr und chaotisch – dennoch werden angefangene Plots auch zu Ende gebracht, wenn auch nicht immer voraussehbar. Dog Man ist nicht für mich, sondern für Kinder gemacht und denen auch auf jeden Fall zu empfehlen.


Dog Man Band 1 – Die Abenteuer des neuen Superhelden ist erschienen im Adrian Verlag – ISBN: 978-3947188550, 240 Seiten, farbig, Hardcover, 9,99 €


Mehr Informationen zu Dog Man auf der Seite vom Adrian Verlag.
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Berichtsbild: © Adrian Verlag

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