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Test zu SteamWorld Dig - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: SteamWorld Dig
  • USA USA: SteamWorld Dig
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
01.02.2018
Vertrieb
Image & Form
Entwickler
Image & Form
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mit Volldampf in die Mine

Von Pascal Hartmann ()
Ich mache mir nicht gerne die Hände schmutzig, darum finde ich es gar nicht schlecht, dass immer mehr Roboter die Drecksarbeit übernehmen. Staubsaugen? Brauche ich nicht mehr, es gibt dafür einen Roboter. Gras mähen? Brauche ich nicht mehr, es gibt dafür einen Roboter. Es müsste nur noch ein Roboter erfunden werden, der mir Bier holt, dann wäre ich endgültig glücklich. In der Welt von SteamWorld Dig allerdings haben die Roboter die Herrschaft übernommen, was ich dann doch wieder nicht so wirklich will. Was mit den Menschen passiert ist und warum man sich etliche Kilometer durch den Boden gräbt, habe ich für euch herausgefunden. Übrigens ohne Roboter, der für mich spielt, denn das mache ich immer noch selbst.

Mithilfe seiner Spitzhacke wühlt sich Rusty durch das Erdreich.

Rusty will gerade die Stadt Tumbleton betreten, um die Mine seines Onkels in Besitz zu nehmen, die dieser ihm noch vor seinem Verschwinden vererbt hatte. Doch plötzlich stürzt der Boden ein und Rusty landet unter der Erde. Gemeinsam erkundet ihr zum ersten Mal die beklemmenden Minengänge. Der Roboter-Mineur kann anfangs nur laufen und springen, die Spitzhacke zum Voran- bzw. Hinuntergraben müsst ihr erst finden. Das dauert aber auch nicht lange, und schon seid ihr für den weiteren Weg nach unten selbst verantwortlich.

Anstatt euch nämlich Minenwege vorzugeben, packt ihr die Spitzhacke aus und grabt euch Stück für Stück die bei jedem neuen Spieldurchgang zufällig erstellte Unterwelt nach unten. Dabei solltet ihr immer Ausschau nach Mineralien halten, die ihr in eurem Rucksack aufbewahrt und in der Stadt verkauft. Aber aufgepasst, denn wenn ihr euch ohne Voraussicht immer weiter in die Tiefe begebt, kann es passieren, dass ihr nicht mehr hinaufkommt. Rusty kann zwar Wandsprünge ausführen, und es ist fast immer möglich, den Weg nach oben zu finden, aber solltet ihr wegen einer Unachtsamkeit in einer kleineren Höhle landen und der einzige Ausweg ist mehrere Meter über euch, war es das.

In diesem Fall könnt ihr entweder die Selbstzerstörung aktivieren oder einfach weitergraben und schauen, was noch so kommt. Mit Glück stoßt ihr zum Beispiel auf einen Teleporter und gelangt doch noch nach oben. Der Tod in SteamWorld Dig ist nämlich sehr ärgerlich, da er euer Vermögen um die Hälfte einstampft und ihr eure Materialien verliert. Diese sind zwar nicht komplett weg, müssen aber erst einmal wieder aufwendig an eurem Todesort aufgesammelt werden.

Wer oft stirbt, hat es deutlich schwerer, die verschiedenen Items und Upgrades in der Stadt Tumbleton zu kaufen. Kaum etwas davon ist wirklich notwendig, um das Spiel zu beenden, aber sie können euch das Leben unter Tage bedeutend einfacher machen. So lässt sich eure Lampe verbessern, sodass ihr länger Licht habt, mit dem Dynamit sprengt ihr nervige Explosivfässer (und die umgebende Erde) weg. Mit zusätzlicher Lebensenergie oder härterer Rüstung könnt ihr mehr Treffer einstecken oder ihr reduziert den Wasserverbrauch, um öfter den Bohrer einsetzen zu können. Jede dieser Möglichkeiten hilft euch weiter und es liegt schlussendlich an euch und auch ein bisschen eurem Spielstil, was davon ihr benötigt. Die Items und Upgrades schaltet ihr frei, indem ihr fleißig Mineralien verkauft.

Dabei ist die höhere Lebensenergie sehr zu empfehlen, da die Gegner teilweise nicht ohne sind. Da schießen irgendwelche komischen, gigantischen Käfer mit Stacheln nach euch oder dicke Zombies / ehemalige Menschen schmeißen euch ätzende Flüssigkeiten entgegen. Da ihr selbst keinen Fernangriff beherrscht und mit eurer Spitzhacke bzw. dem Bohrer (mit dem ihr eigentlich durch härteres Material kommt) nah heranmüsst, steckt ihr gerne bis dahin einen bis zwei Treffer ein. Und dann heißt es, auf die Angriffstaste zu hämmern und zu hoffen, dass der Feind nicht zu oft angreifen kann. Oder ihr schmeißt Dynamit, aber das kostet Geld und kann nur in begrenzter Anzahl mitgenommen werden.

Hier sollte jeder weitere Schritt gut überlegt sein.

Im Laufe des Spiels lernt ihr in verschiedenen Höhlen, die ihr durch Türen betretet, neue Fähigkeiten. So kann Rusty dann rennen oder einen Wasserdampf-Sprung ausführen (mit dem er deutlich höher kommt, der aber auch Wasser verbraucht, das ihr unterwegs in kleinen und seltenen Pfützen wieder in euch aufnehmen müsst). All das lernt ihr im Verlauf der Kampagne automatisch, da euch euer nächster Zielpunkt immer auf der Karte angezeigt wird. Darauf habt ihr auch immer im Blick, welche Wege ihr bereits durch die Erde gegraben habt. Die Entwickler haben übrigens gut mitgedacht, denn ihr könnt die Größe der Karte als auch eures Inventars am unteren Bildschirmrand in einem gewissen Rahmen einstellen. So lohnt sich die vergrößerte Ansicht beim Zocken auf dem Fernseher, während die Anzeigen im Handheld-Modus ruhig wieder kleiner sein dürfen.

SteamWorld Dig sieht sowohl auf der Nintendo Switch selbst als auch einem HD-Fernseher wirklich klasse aus, die Überarbeitung des ehemaligen Nintendo 3DS-Spiels ist tadellos gelungen (das galt auch schon für die Wii U-Version, die höchstwahrscheinlich für diesen Switch-Port hergehalten hat). Technisch kann SteamWorld Dig sowieso überzeugen. Die Hintergründe, die ihr Stück für Stück beim Weghacken der Erde freilegt, sind sehr detailliert und die Animationen von Rusty und den Gegnern sind ebenfalls ein Pluspunkt. Das Spiel wirkt wie aus einem Guss, was auch die Musik unterstreicht, die schön geheimnisvoll klingt.

Ich persönlich finde den Stil sehr sympathisch und würde gerne mehr davon sehen. Wie schon auf der Wii U bekommt ihr auf der Nintendo Switch deutsche Texte geboten, auf dem Nintendo 3DS waren diese noch vollständig auf Englisch gehalten. Ab und zu haben sich zwar kleine Fehler eingeschlichen, aber sie sind zu verschmerzen. Habt ihr irgendwann das Ende erreicht, könnt ihr weiterspielen und die restlichen Mineralien ernten. Wer jedoch zu verschwenderisch mit seinem Leben und seinem Geld umgegangen ist, kommt vielleicht an den Punkt, an dem es nichts mehr zu finden gibt. Dann kann natürlich auch nichts mehr gekauft werden.

Selten sind die blauen Orbs, die ihr für das Kaufen der besonders mächtigen Items und Upgrades benötigt. Mit diesen solltet ihr besonders umsichtig vorgehen, denn wenn ihr sie alle für Teleporter auf den Kopf haut, weil ihr keinen Bock habt, immer wieder denselben Weg hoch und runter zu klettern, dann habt ihr am Ende vielleicht nichts mehr übrig für die coolen Sachen. Aber wer es nicht schafft, einen kompletten Spielstand beim ersten Versuch hinzulegen, der probiert es eben ein zweites Mal und schafft dann am Ende mit der gesammelten Erfahrung sicherlich eine bessere Bewertung. Die Endsequenz ist übrigens schon recht zügig erreicht, in vier bis sechs Stunden solltet ihr durch sein. Hier kommt es natürlich darauf an, wie schnell ihr euch durch das Erdreich schaufelt.

Hier wird es schon gefährlicher für den sympathischen Roboter.

Bevor ihr eine der Fähigkeiten aus den Höhlen erhaltet, gilt es meistens, kleine Plattform-Einlagen und Puzzles zu lösen bzw. den richtigen Weg oder Schalter zu finden. Das Springen macht an sich keine Probleme, wenn ihr jedoch von einem freistehenden Stein zum nächsten hüpfen müsst, ist sie schon ein wenig bockig. Ich musste daher ein paar Einlagen mehrmals wiederholen. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, denn das Vorankommen fühlt sich sehr organisch an, auch wenn diese Abschnitte eher linear sind. Zurück in der Mine könnt ihr euch dann wieder euren eigenen Weg buddeln.

Die Mine ist dabei in drei verschiedene Bereiche eingeteilt, die ihr nach und nach erreicht. Gelangt ihr in ein neues „Level“, könnt ihr über eine Apparatur direkt wieder zurück zur Oberfläche, sodass ihr die Gebiete frei besuchen könnt und nicht jedes Mal wieder komplett von oben nach unten latschen müsst. Anfangs wirkt noch alles recht normal, im zweiten Minen-Abschnitt wird es schon gruseliger und im dritten... Das verrate ich euch natürlich nicht, denn auch wenn die Story nicht gerade aufregend ist, treibt sie einen schon voran. Vor allem, weil man wissen möchte, was denn nun wirklich mit den Menschen passiert ist und was Rustys Onkel da ausgebuddelt hat.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu SteamWorld Dig

Meinung von Pascal Hartmann
Wenn euch der Stil nicht komplett abschreckt und ihr Lust auf ein hartes Spiel habt, solltet ihr euch SteamWorld Dig gönnen. Jeder Tod kann euch nämlich ordentlich zurückwerfen. Außerdem ist es möglich, sich in Sackgassen zu manövrieren, aus denen man nur durch die Selbstzerstörung wieder herauskommt. Wer aber mit ein wenig Voraussicht gräbt, sollte nicht in die Verlegenheit kommen, diese letzte Möglichkeit nutzen zu müssen. Zwar erwartet euch mit SteamWorld Dig nur ein recht kurzes Vergnügen (vier bis sechs Stunden Spielzeit für den ersten Durchgang), doch da die Unterwelt für jedes neue Spiel frisch und zufällig erstellt wird, ist für Wiederspielwert gesorgt. Also schnappt euch die Spitzhacke und folgt Rusty in die dunkle Mine!
Mein persönliches Highlight: Das Wiedersehen mit Rusty auf der Nintendo Switch.

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