Beiträge von Pascal Hartmann

    Zu den letzten 100 Filmen habe ich nichts geschrieben, aber zu Das große Fressen muss ich doch mal einen kurzen Kommentar ablassen. Wird ja immer noch als Skandalfilm betitelt, also dachte ich mir, ich schau mir mal an, was da dran ist.


    Und ja, in zwei oder drei Szenen wird ausgiebig gefurzt. Es gibt Sex und man könnte das Gelage als dekadent bezeichnen. Aber nach allem, was ich über die vielen Jahren darüber gelesen und gehört habe, stellte ich mir das alles viel extremer vor. Am Ende hat sich ein Film ergeben, der mit meiner Fantasie darüber wohl gar nicht hätte mithalten können, und mich von Anfang bis Ende gelangweilt hat. In Zeiten von Torture Porn und Rape & Revenge schockt hier gar nichts mehr.


    Rincewind

    Oh ja, die aktuelle Planet-der-Affen-Trilogie ist fantastisch :ddd:

    Koral (Switch)
    Man spielt eine Strömung, die sich von links nach rechts durch diverse Abschnitte bewegt, wozu ihr kleinere Rätsel lösen müsst. Dabei interagiert ihr mit diversen Korallen mit verschiedenen Fähigkeiten. Zum Beispiel machen sie euch schneller, statten euch mit einem Licht zum Entfernen von Barrieren aus etc. Nichts hier ist wirklich herausragend, aber die verschiedenen Umgebungen sind sehr schön und vor allem bunt umgesetzt. Viele verschiedene Fische und andere Meeresbewohner kreuzen euren Weg und gerade das Betreten einer neuen Gegend war immer spannend. Koral ist nicht sehr lang, aber wer auf entspannte und schöne Spiele steht, die sich vom Mainstream abheben, wird hier fündig.


    Space Pioneer (Switch)

    Eines der zur Weihnachtszeit gratis herausgegebenen Spiele von QubicGames. An sich ist das Gameplay schon sehr repetitiv. Es geht auf diverse Planeten und dort werden in zahlreichen Missionen und in kleinen Karten die immer gleichen Aufgaben abgehakt (starke Monster besiegen, etwas einnehmen oder beschützen etc.). Als Twin-Stick-Shooter ist das Spiel kompetent, aber nichts Weltbewegendes. Spaß hats trotzdem gemacht, denn die Missionen waren schön kurz, teilweise gerade mal eine halbe Minute lang, sodass sie sich perfekt für Zwischendurch eignen. Und wenn man doch längere Zeit am Stück spielt, bleibt die Motivation doch irgendwie oben.


    Nervig kann allerdings die Upgrade-Mechanik sein. Die verschiedenen Waffen und Fähigkeiten verbessert ihr nämlich mit Ingame-Geld, aber nur dann, wenn ihr aus den Lootboxen, die ihr bspw. für das Erfüllen von Achievements bekommt, die passenden Karten zieht. Dazu kommen die Zusatzaufgaben, die zB von euch wollen, dass ihr die Laserknarre auf Level 3 mit auf den Planeten nehmt. Nun ist sie aber nur auf Level 2, sodass Geld und Waffenkarten gefarmt werden müssen. Das schnelle und unkomplizierte Gameplay steht dem zwar nicht im Weg, aber es hätte ruhig etwas weniger Gegrinde sein können.


    Besonders ärgerlich, dass in allen meinen Spielstunden keine einzige Karte für eine bestimmte Waffe kam, die ich damit nicht upgraden konnte. Diesen Bug haben online auch schon andere bemängelt, behoben wurde er bisher nicht. Wer alle Achievements holen will, braucht sie aber... Naja, ich habe den Oberboss plattgemacht und dann aufgehört. Für die Zeit, die ich gespielt hatte, war es schon okay.


    Ni No Kuni (Switch)

    Ich habe es tatsächlich geschafft und eines der mir vorgenommenen RPGs durchgespielt! Ja, da darf ruhig geklatscht werden. Es ist sogar eine noch größere Leistung, denn streckenweise und öfter als ich zugeben würde habe ich das Spiel regelrecht gehasst. Doch fangen wir beim Positiven an: alles, was zum World-Building dazugehört, also Welt, Städte, Dungeons, Figuren, Hintergrundgeschichte, Musik, Sprachausgabe und alles drumherum, war wirklich großartig. Ich freute mich immer riesig, wenn es hieß, dass es jetzt in neue Bereiche der Weltkarte geht. Was gibt es jetzt wohl zu sehen?!? Ni No Kuni strotzt nur so vor Kreativität und sieht dabei noch richtig toll aus. Gleich die dicke Vegetation im ersten Wald-Dungeon konnte mich begeistern, die tolle Architektur der ersten Stadt und dann ging es immer so weiter. Hier muss ich wirklich die Mario-Kappe vor den Designern ziehen. Auch die Feinde sind richtig schön kreativ.


    Die Geschichte ist auch gelungen. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Es geht ja darum, dass der Junge Oliver in die Fabelwelt von Ni No Kuni reist, um seine verstorbene Mutter wiederzuholen. Dazu muss er den bösen Shadar besiegen, findet auf seinem Weg Gefährten und hilft vielen Leuten. Es ist sicherlich kein Spoiler, wenn ich schreibe, dass ihr siegreich gegen Shadar sein werdet. Bis hierhin ist alles gut und wurde mit schöner Ruhe erzählt. Doch plötzlich zieht das Spiel an und peitscht euch von Ereignis zu Ereignis und ich fühlte mich, als würde ich einen schnell entwickelten und hinterhergeschobenen DLC spielen. Aufgrund von Nebenfiguren war klar, dass noch mehr kommen muss, aber es geht auf einmal so rasant voran, dass das letzte Fünftel oder so gar nicht zum Rest davor passen will. Sehr schade.


    Trotzdem: ich bin versunken in die Welt von Ni No Kuni. Und wurde jedesmal wieder herausgerissen, sobald ich kämpfen musste. Mir hat das Kampfsystem Null Spaß gemacht. Was mich gestört hat (unter anderem): andauernde plötzliche Schwierigkeitssteigerungen gerade bei Endgegnern, die irrwitzigen Magiepunkte-Anforderungen vieler Zauber und Fähigkeiten, die ständigen AoE-Angriffe der Gegner, die das Kampfgeschehen anhalten (besonders nervig bei manchen Bossen, die Angriffe und Zauber, die alle treffen, regelrecht spammen), die absolut unterirdische KI der eigenen Mitstreiter (die mich nicht nur einmal dazu gebracht haben, wütend den Fernseher anzuschreien), feindliche AoE-Attacken canceln eure eigenen Zauber, das Befehle-Rad. An sich war mir das Kampfsystem mit seinen vielen zu beachtenden Punkten (Gegenschläge, im richtigen Moment Verteidigen bzw. Ausweichen, Kugeln einsammeln, in Echtzeit durch die Befehle scrollen, die Gegner nie aus dem Blick verlieren, Elemente (Feuer, Wasser etc.), "Waffenviereck" (Planet, Sonne, Stern, Mond), drei Charaktere mit Zaubern und Fähigkeiten und dazu noch neun Monster mit eigenen Spezialangriffen) einfach, naja, zu viel.


    Auf einen Punkt möchte ich genauer eingehen, weil er mir am meisten graue Haare verursacht hat: die KI. Die kann überhaupt nichts. Sobald man Mitstreitern eine andere Taktik gibt als "Keine Tricks benutzen", schmelzen die MP nur so dahin. Gerade der dritte Charakter hat so wenig MP, dass er im ersten beliebigen Kampf gegen Standard-Gegner völlig grund- und nutzlos zwei Spezialattacken ausführt und dann keine Magiepunkte mehr hat. Das Mädel haut bei der Taktik "Heilen" schon bei 20 verlorenen HP die Heilungszauber raus oder rennt auch gerne mit ihrer Harfe, die 1 HP Schaden austeilt, mitten rein in die Feinde. Dann gibt es wiederum Bosskämpfe, bei denen ich mich wundere, warum die so lange dauern, bis ich feststelle, dass die trotz der richtigen Taktik keine Spezialfähigkeiten einsetzen. Es ist völlig willkürlich, was die wann machen. Besonders schlimm ist, dass die keinen Überlebenswillen haben. Die verteidigen nur, wenn ihr es ihnen befehlt. Und diesen Befehl schaltet ihr erst nach zwei nervenaufreibenden Bossen mitten in der Geschichte frei. Das Überleben ist eh so eine Sache: Es kann teilweise nicht einmal 5 Sekunden dauern, da sind schon 2 oder sogar alle Charaktere hinüber. Ich weiß gar nicht, wie oft es mir passiert ist, dass ich durch dieses blöde Befehle-Rad schalte, um den Verteidigen-Befehl zu finden, und den Blick damit mal für 1 Sekunde von der Lebensanzeige meiner Kameraden abgewendet habe, dann schaue ich wieder drauf, und einer ist tot. Ich könnte mich jetzt noch seitenweise über das Kampfsystem und vor allem die KI aufregen :rolleyes:


    Und trotzdem habe ich am Ende noch zahlreiche Bonusbosse gelegt, weil ich eine bestimmte Postgame-Quest beenden wollte. Die Belohnung dafür war allerdings lächerlich und ich habe mich geärgert, dass ich mich dafür durch die vielen Extrakämpfe gequält habe. Übrigens begann ich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad und habe jedesmal vor den Schwierigkeits-Spikes gegrindet. Doch irgendwann war mir das zu blöd und ich schaltete auf Leicht runter. So musste ich wenigstens nicht mehr gezielt leveln, genervt haben mich die Kämpfe trotzdem.


    Die Alchemie und damit das Herstellen der Gegenstände habe ich nicht angefasst. Noch mehr kämpfen, um die benötigten Zutaten zu bekommen? Ohne mich. Ein bisschen muss ich allerdings auch meine Meinung von oben, dass das World-Building ingesamt großartig ist, revidieren. Es ist so, dass Oliver von Menschen, die von einer "Emotion" wie Mut, Zurückhaltung und anderen zu viel haben, dieses Übermäßige abschöpfen kann, um es Figuren zu geben, die zu wenig davon besitzen. Viele Nebenaufgaben laufen so ab. Allerdings funktioniert das halt wirklich nur mit den vorbestimmten Personen und man kann nicht einfach so irgendjemandem etwas wegnehmen oder einem anderen mehr geben, als er benötigt. So hätte man mehr Interaktivität in die Welt bringen können. Das kann ich aber immerhin noch nachvollziehen, denn Oliver mit seinem reinen Herzen würde solche Dinge halt auch nicht tun und mit den Gefühlen der Menschen herumspielen.


    Bei den Zaubern wurde jedoch so viel Potenzial liegengelassen. So können in der Theorie alle Zaubersprüche jederzeit angewendet werden. So hilft der Feuerball dabei, Fackeln zu entzünden. Eine Lichtkugel erleuchtet die Dunkelheit. Mit dem "Brücke"-Spruch erschafft ihr Brücken über Abgründe. Doch fast allen Zaubern ist gemein, dass sie nur an den vorgesehenen Punkten eingesetzt werden können. Manche Sprüche werden nur einmal oder sogar gar nicht verwendet. Ich fand mich relativ schnell damit ab, doch gab es immer wieder Momente, bei denen ich davon gestört war. Nur ein kleines Beispiel: Mithilfe eines Zaubers kann Oliver mit Tieren sprechen. In einer Stadt gibt es einen Hund, bei dem man den Zauber aber nicht anwenden kann. Das funktioniert erst dann, wenn man die entsprechende Nebenquest aktiviert hat. Solche Momente gibt es leider öfter bzw. Momente, bei denen ein entsprechender Spruch so unfassbar hilfreich wäre. Ich darf aber nicht.


    Am Ende bin ich also zwiegespalten, doch lasse ich mir die tollen Erfahrungen in der Welt von Ni No Kuni nicht durch das Kampf- und das halbgare Zaubersystem kaputtmachen. Allerdings werde ich es auch niemals wieder spielen.

    Bei Assassin's Creed hätte man sich ja was trauen und uns den Eroberer spielen lassen können. Aber man ist ja doch wieder der gute Wikinger. Bei Far Cry genauso: Wie spannend wäre es gewesen, als Diktator sein Land zurückerobern zu müssen. Ist aber natürlich wieder anders herum. Dann Battle Royale, Mobile Games... Bisher alles zu erwartende Massenware. Das heißt nicht, dass die Spiele keinen Spaß machen, aber bis auf Watch_Dogs mit der interessanten Alle-Rekrutieren-Idee macht mich nichts davon an.


    Ach ja: Schon mal schön im AC-Gameplay die Loot-Chest präsentieren :)

    @Deny
    Schon Color Splash und Sticker Star waren viel mehr Adventure denn RPG. Wenn man das weiß, sind das auch beides gute Spiele. Sie sollten die Kämpfe mit ihren verschiedenen Kampfsystemen lieber als Highlight einsetzen. So ab und zu Zwischengegner, die man so besiegen muss. Denn in den eigentlichen Levels nerven die eher, weil sie ja quasi keinen Ertrag bringen.


    Davon abgesehen freue ich mich auf Origami King, weil ich Welten, Humor und Ideen bisher immer super fand.