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Test zu Portal Knights - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Portal Knights
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
23.11.2017
Vertrieb
505 Games
Entwickler
Keen Games
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 4
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Portal Knights – Das zufallsgenerierte Fantasy-RPG!

Von Maik Dallherm ()
Man könnte meinen, Keen Games Portal Knights ist das Ergebnis, wenn man versucht, Minecraft mit einigen Elementen eines typischen Fantasy-RPGs zu vermischen. Und auch die Story könnte nicht mehr 08/15 sein: Die einst friedvolle Welt wurde aus unerklärlichen Gründen zerrissen und die Länder sind von Dunkelheit umgeben, die feindselige Kreaturen hervorbringt. Klar, natürlich brauchen wir jetzt euch, die Portal Ritter, um diese Welt zu dem zu machen, was sie einst gewesen ist. Apropos 08/15: Das könnte man eigentlich von nahezu allen Fantasy-Elementen von Portal Knights behaupten. Das meine ich aber nicht negativ, denn auch die klassischen Methoden bilden schließlich einen ganzen Stil, der auch ganz gut ankommt, wenn man das Gameplay selbst dafür etwas sonderbar gestaltet.

Das Echtzeit-Kampfsystem ist sehr leicht zu verstehen. Hier haben wir einen Anfänger-Schwertkampf.

Bevor ihr die Welt von der Dunkelheit befreien könnt, müsst ihr euch einen Charakter erstellen. Neben dem Geschlecht stehen euch drei typische Klassen zur Auswahl: Der Krieger, welcher mit seinen Schwertkünsten für den Nahkampf prädestiniert ist, der Waldläufer, spezialisiert für Distanzkämpfe mittels Bogen oder Armbrust und schließlich noch den Magier, der mit seinem Zauberstab Todesflüche auf eure Gegner hetzt (allerdings keine Narben hinterlässt). Zuletzt bekommt ihr eine Reihe an Anpassungsoptionen, um euren neuen Charakter eine individuelle Gestalt zu verleihen. Nun seid ihr bereit für Portal Knights.

Portal Knights ist als ein Mehrspieler-Spiel angedacht. Ihr spielt es wahlweise online mit Freunden oder in der lokalen Umgebung per Drahtlos-Spiel. Auf diese Spielweisen können ihr bis zu vier Spieler in einer Welt zusammentrommeln. Aber auch Couch-Gaming ist immerhin möglich. An einer Konsole kann sich nämlich noch ein zweiter Spieler per geteiltem Bildschirm einklinken. Pro Spieler wird lediglich ein eigenes Profil auf der Nintendo Switch benötigt. Natürlich könnt ihr auch solo unterwegs sein, aber leichter wird euer Abenteuer dadurch nicht. Jeder Spieler kann bis zu fünf Charaktere und drei Welten verwalten. Braucht ihr weitere, müsst ihr zunächst vorherige löschen. Eure Charaktere sind nicht an die Welten gebunden, sie können also mit ihrem Status und ihrer Ausrüstung ganz neue Welten betreten.

Welche Insel heute?

Nach einem irrsinnig langen Ladevorgang, den ihr auch bei jedem Gebietswechsel erdulden müsst, startet ihr also auf eurer ersten, blockartigen Insel. Die Formen der Inseln sind zwar mit jeder Welt unterschiedlich generiert, aber letzten Endes findet ihr irgendwo immer die gleichen Einrichtungen. Die erste Insel dient euch als Tutorial, bei dem euch grundlegende Gameplay-Mechaniken erklärt werden. Ihr werdet Bäume fällen und Steine sowie Erze sammeln und diese verarbeiten, um damit Waffen und Werkzeuge herzustellen. Oder auch Baumaterial, um eine Unterkunft zu errichten oder gefundene Bauwerke zu restaurieren. Die meisten Utensilien benötigen größere Geräte, damit sie hergestellt werden können. Für allgemeine Gegenstände braucht ihr eine Werkbank. Für eure Klassen gibt es hingegen eigene Gerätschaften. Zum Schmieden von Schwertern benötigt ihr somit einen Amboss. Mit zunehmendem Fortschritt könnt ihr auch diese Geräte verbessern und so noch mächtigere Gegenstände herstellen. Übrigens haben Waffen und Werkzeuge eine Belastbarkeit. Sinkt sie auf 0, zerbrechen sie zwar nicht, aber ihre Effizienz geht zugrunde. Schleifsteine können diese Gegenstände, inklusive Bogen, reparieren.

An einer Konsole können zwei Portal Ritter gemeinsam auf Abenteuer gehen.

Während eures Abenteuers werdet ihr auf menschliche, nicht spielbare Charaktere (NPCs) stoßen. Diese halten Nebenmissionen für euch parat, in denen ihr Monster besiegen oder bestimmte Items finden und abliefern dürft. Natürlich winken euch hilfreiche Belohnungen, von Erfahrungspunkten ganz zu schweigen. Wie ihr vermuten könnt, steigt ihr mit ihnen im Level auf und werdet so stärker. Es gibt sogar saisonale Ereignisse, wie ein Weihnachtsevent oder spezielle, zeitgesteuerte Events. Diese werden zufällig in den erforschten Gebieten erscheinen und können nur in begrenzter Echtzeit abgeschlossen werden. Eure wichtigste Aufgabe liegt aber darin, möglichst alle Portale, die sich in der aktuellen Region befinden, zu aktivieren und so neue Bereiche zu erschließen. Dazu benötigt ihr Portalsteine, die ihr in Form von Fragmenten findet und dann zusammenstellt. Es gibt sie in vier verschiedenen Farben. Die Farbe des Portals weist an, welche Portalsteine benutzt werden müssen. Über die Weltkarte könnt ihr sehen, wie die Gebiete miteinander verbunden sind und wie viele Portale ein Ort beherbergt. Nach und nach baut ihr weitere Verbindungen auf, um euer Primärziel erreichen zu können, das auf der Weltkarte vermerkt ist.

Natürlich gehören Kämpfe zu den alltäglichen Dingen im Leben. Wie schon erwähnt, bestimmt die zuvor gewählte Klasse den verwendeten Waffentyp. Die Kämpfe finden in Echtzeit statt und sind vom System etwa mit denen aus der The Legend of Zelda-Reihe vergleichbar. Ist euer Gegner nah dran, wechselt das Spiel automatisch in die Zielansicht, in der euer Feind dauerhaft anvisiert ist (kann beides ausgeschaltet werden). Als Distanzkämpfer könnt ihr euren Vorteil nutzen und bereits aus der Ego-Sicht (jeder Spieler kann zwischen Dritte Person- und Erste Person-Ansichten wechseln) unter Beschuss nehmen. Greifen die Gegner euch an, müsst ihr versuchen mit A im richtigen Augenblick auszuweichen. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch das Timing, denn ein Ausweichmanöver im Anschluss eines Angriffs verzögert etwas. Mit genug Abstand und Anstand könnt ihr es auch mit Feinden aufnehmen, die eurer eigenen Stufe überlegen sind. Distanzkämpfer haben noch einen Vorteil gegenüber feindlichen Nahkämpfern: In vielen Fällen habt ihr mit einer erhöhten Position bereits gewonnen. Die Feinde besitzen keine intelligente Wegsuche und stellen sich lieber unter euch, wenn möglich. Ein leichtes Spiel in diesem Fall.

Die Erste Person-Ansicht ist in engen Räumen oder für Scharfschützen ziemlich praktisch.

Da der RPG-Aspekt im Vordergrund steht, gibt es keine alternativen Spielmodi wie einen Kreativ-Modus. Dafür gibt es aber trotzdem ruhige Orte. Während des Spiels könnt ihr auf einen Inselverkäufer treffen. Bei diesem könnt ihr Besitzerurkunden für separate Gebiete erwerben, in denen es keine Monster gibt und die flach gehalten sind. Ideal, um von Grund auf eure eigene Basis aufzubauen. Hier bekommt ihr zwar nicht unbegrenzte Baustoffe, aber das Anpflanzen ist umso einfacher. Für euer Zuhause mag das zwar ein idealer Ort sein, aber Unterkünfte solltet ihr wenn möglich in jedem Gebiet aufbauen, sodass ihr stets einen Rückzugsort in eurer Nähe habt. Gebiete mit Monstern können zwar ohnehin schon gefährlich werden, noch schlimmer wird es aber bei Nacht, da dann zusätzliche Gegner erscheinen.

Der Soundtrack besteht aus "schönen" Melodien. Damit will ich aber nicht sagen, dass er euch positiv im Ohr bleibt. Die Musik ist sehr klassisch ausgelegt und eigentlich absolut 08/15 für das Fantasy-Genre. Eine große Auswahl an Musikstücken scheint es auch nicht zu geben. In der Regel sind sie nach dem Biom der Region eingeteilt. Eine Version an der Oberfläche und eine unter Tage. Das bringt das Problem, dass der Soundtrack meiner Meinung nach ziemlich repetitiv wird und ich die Musik manchmal vorübergehend ausgeschaltet habe.

Links mit, rechts ohne Detail-Optionen. Achtet auf das Gras, die Fackeln und das Terrain im Hintergrund.

Was steckt denn so unter der Haube? Obwohl die Details der Nintendo Switch-Version den anderen Plattformen nicht das Wasser reichen kann, ist die Optik schon relativ ansehnlich. Eine Sichtweite, die sich über die gesamte Insel erstreckt, dynamisches und nachbearbeitetes Shading (zum Beispiel bei platzierten Fackeln) oder ansehnliche Gewässer. Allerdings geht das gelegentlich zu Lasten der Leistung des Spiels. 30 Bilder pro Sekunde wäre meiner Wahrnehmung nach das Ziel des Titels. Die FPS fällt gerne mal durch Ruckler aber darunter, zumindest bei stark bewachsenen Graslandschaften. Genau hier kommt der Witz: Um diesen Rucklern vorzubeugen, könnt ihr in den Anzeigeeinstellungen unter anderem die Detail-Objekte deaktivieren. Dadurch werden irrelevante Gräser in der Nähe oder andere Kleinigkeiten ausgeblendet. Mit dabei sind noch Einstellungen für Bloom-Effekte und eine Tiefenunschärfe. Diese haben zwar mehr mit dem Grafikstil zu tun, benötigen aber auch Rechenleistung. Weniger hilfreich sind die Einstellungen aber in den portablen Spielweisen. Auf dem kleinen Bildschirm läuft das Spiel so oder so nicht vollends rund, hält sich aber dennoch in einem spielbaren Rahmen. Eine Anmerkung habe ich noch: Da Portal Knights in erster Linie ein Mehrspieler-Titel ist, wird es weder im Spielmenü, noch im Home-Menü pausiert (auch nicht im Offline-Spiel).

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Portal Knights

Meinung von Maik Dallherm
Wenn ihr einfach ein alternatives Minecraft sucht, wird euch dieses Spiel nur halb zufriedenstellen. Sucht ihr ein typisches Fantasy-RPG, aber mit Sandbox-Elementen vermischt und das auch noch als Multiplayer-Spiel, wird Portal Knights eurem Willen schon eher gerecht. Obwohl eigentlich alles, was mit dem Fantasy-Genre zu tun hat, geschätzter 08/15-Stoff ist (nicht negativ gemeint), erlauben die Sandbox-Elemente ein insgesamt nahezu einzigartiges Spielerlebnis. Mit wenigen Tricks könnt ihr euch Vorteile verschaffen, die in bloßen RPGs nicht möglich wären. Obwohl ich schon so einige Stunden in Portal Knights investiert habe, gibt es auch für mich ständig neue Dinge zu sehen, ganz zu schweigen davon, dass ich mal neue Ausrüstung beschaffen müsste... Mit bis zu drei weiteren Freunden zu spielen kann euer Leben ebenso merklich leichter machen. Leider konnte ich mich nur spärlich mit dem geteilten Mehrspieler-Modus beschäftigen, eine Gelegenheit, mich anderweitig mit den Mehrspieler-Modi zu befassen, bot sich mir nicht. Technische Mängel wie Ruckler oder unnötig lange Ladezeiten trüben den eigentlich soliden Eindruck etwas, aber es bleibt bei einem guten Adventure-Titel, um gelegentlich mal ein paar Inseln unsicher zu machen.
Mein persönliches Highlight: "Oder du nimmst dir einen Trank und springst vom Turm." - Mora der Magier

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